Pflege

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Krankenpflegerin knöpft sich Gesundheitsminister Spahn vor

Dass eine Krankenpflegerin es schaffte, von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für ein Gespräch aufgesucht zu werden, war kürzlich Thema in vielen Medien.

Korrespondenz aus Stuttgart

Tanja Pardela ist Stationsleiterin der Sindelfinger Kardiologie und übt ihren Beruf gerne aus. Aber im Herbst platzte ihr ob der anhaltenden katastrophalen Pflegesituation der Kragen. Sie schrieb an den Minister, bekam aber nur eine Standardantwort. In einem zweiten Brief, den sie auch der Presse zukommen ließ, schildert sie ihren Arbeitsalltag: „Zwei Kräfte für 26 Patienten, mindestens die Hälfte davon braucht Hilfe beim Waschen, Aufstehen, Essen. Nachts gibt es nur eine Pflegekraft für 26 Patienten.“ In England, „wo sie zehn Jahre in Krankenhäusern gearbeitet hat, ist eine Pflegekraft für sechs bis acht Patienten zuständig.“ Ihre Chefin unterstützt sie: „Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim Pflegeschlüssel auf dem vorletzten Platz.“

 

Artig hört Spahn ihr beim Gespräch zu. „Was wünschen Sie sich. Wertschätzung?“, fragt er. „Ja, die fehlt uns“, bestätigt Pardela, „aber auch mehr Geld wäre nicht schlecht.“ Aber ganz Minister lobt er das von ihm auf den Weg gebrachte „Pflegepersonalstärkungsgesetz“. „Völlig unzureichend“, sagt Pardela ohne Umschweife. „Zwölf Patienten pro Pflegekraft … wir wollen nicht wieder zehn Jahre warten, bis es besser wird.“

 

Diese mutige Krankenpflegerin steht für ein wachsendes Klassenbewusstsein im Gesundheits- und Pflegebereich und den fortschrittlichen Stimmungsumschwung. So sagt Tanja Pardela: „Mir wird es schlecht, wenn von Politikern immer betont wird, wie reich Deutschland ist. Wo ist dann das Geld für eine vernünftige Pflege?“ Die MLPD greift diese Frage auf und fördert den gemeinsamen Kampf gegen die Umverteilung des Nationaleinkommens zu Gunsten der internationalen Monopole! Ein Grund mehr, jetzt Mitglied zu werden!