Märzgedenken

Märzgedenken

Lebendiger Geschichtsunterricht

Am Sonntag, den 24. März 2019, versammelten sich rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum traditionellen Märzgedenken auf dem Friedhof im Duisburger Stadtteil Alt-Walsum.

Duisburg (Korrespondenz)
Lebendiger Geschichtsunterricht
Kranzniederlegung am Grabmal der Märzgefallenen in Dusiburg-Walsum (rf-foto)

Eingeladen hatten die Bergarbeiterinitiative Kumpel für AUF, die Duisburger Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), die antifaschistische Initiative „Erinnern gegen rechts“ und die MLPD. Vor dem Grabmal der „Märzgefallenen 1920“ und dem daneben befindlichen Gräberfeld der in der Zeit des Hitler-Faschismus zu Tode gekommenen Zwangsarbeiter wurden Blumengebinde niedergelegt. Freiheitslieder vom Ruhrchor begleiteten die feierliche Veranstaltung.

 

Vor 99 Jahren verhinderten an die 100.000 Bergarbeiter der legendären Roten Ruhrarmee mit einem bewaffneten Aufstand den ersten Versuch der Errichtung einer faschistischen Diktatur in Deutschland. Die Kämpfer der Roten Ruhrarmee wurden in einem Rachefeldzug verraten und brutal niedergeschlagen. Diese breite Aktionseinheit der Arbeiter über parteipolitische und weltanschauliche Grenzen hinweg ist bis heute beispielgebend für einen erfolgreichen Kampf zur Verhinderung einer faschistischen Gefahr.

 

Selbst dort, wo die Kämpfe damals tobten und wo noch die Urenkel der Kämpfenden leben, ist das weitgehend unbekannt. In der Ansprache wies der Vertreter von Kumpel für AUF nach, wie ein ganzes System von Geschichtsfälschungen die Erinnerung an den heldenhaften Kampf der Ruhrkumpel aus den Geschichtsbüchern tilgen konnte: Der Bergbauverband gab Schulbücher heraus, die die Wahrheit auf den Kopf stellten. Sowohl unter dem Hitler-Faschismus als auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Arbeiteraufstand als kommunistischer Terror diffamiert. Den Führern der SPD-Führung kam das insofern gelegen, als das sie ihren damaligen Verrat an den Arbeitern verdecken konnten. Sie haben den Aufstand als „stalinistische und kommunistische Legendenpropaganda“ diffamiert und lediglich auf den Generalstreik reduziert. Darüber, wie heute der Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und der bürgerlichen Parteien geführt werden soll, entspann sich eine lebhafte Diskussion unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Viele beurteilen das diesjährige Märzgedenken als eine lebendige Lehrstunde und wollen frühzeitig den 100. Jahrestag im nächsten Jahr vorbereiten.