Berlin

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Besuch bei den streikenden Kolleginnen und Kollegen der BVG

Am gestrigen Montag, dem 1. April 2019, fand ein ganztägiger Warnstreik der BVG-Beschäftigten in Berlin statt. Straßenbahn-, Bus- und U-Bahn-Fahrerinnen und -Fahrer streikten gemeinsam. Es war schon der dritte gewerkschaftliche Warnstreik in diesem Jahr - nach jahrelanger Ruhe!

Korrespondenz

Mit einer Gesprächsrunde der MLPD Berlin Süd-Ost hatten wir uns gut auf den Besuch am Betriebshof Lichtenberg eingestellt. Wir beglückwünschten die Kolleginnen und Kollegen, wünschten viel Power und Durchhaltekraft und verteilten unsere Solidaritätserklärung. In großer Offenheit äußerten die etwa 100 Streikenden - die Streikbesetzung läuft entsprechend den Arbeitsschichten - ihre Wut über die Lügerei besonders der BZ, aber auch über die Hetze des rbb2.

Forderungen voll berechtigt

Alle finden nach den jahrelangen Lohnraubabschlüssen die Forderungen absolut berechtigt und sind entschlossen, bis zu ihrer Durchsetzung zu kämpfen. Das betrifft besonders auch die Abschaffung der unteren Lohngruppen und die 36,5-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich für alle. Hier geht es also - wie auch von ver.di betont - um die Gleichstellung aller Beschäftigten, letztlich um die Auflösung der vom "rot-rot-grünen" Senat selbst geschaffenen Billig-Tochter BT (BerlinTrans).

 

Der Gedanke, welche Kraft entstünde, wenn alle im öffentlichen Dienst zusammen streiken würden, die dieses Jahr schon gestreikt haben, stieß auf große Zustimmung: Erzieherinnen, Erzieher, angestellte Lehrerinnen und Lehrer, letztlich auch die zur Deutschen Bahn gehörenden S-Bahnerinnen und S-Bahner und, und, und. Zumal die meisten von ihnen in ver.di organisiert sind.

Senat betreibt Greenwashing

Mit vielen haben wir auch über den Zusammenhang eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs auf der Grundlage erneuerbarer Energien geredet, in diesem Zusammenhang auch über die Verbindung zur FFF-Bewegung und über die Notwendigkeit, für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder über dieses System hinaus zu denken und dafür Verantwortung zu übernehmen. Ein Kollege berichtete uns über das Greenwashing des Senats, der selbst in den neu bestellten E-Bussen die Klimaanlage mit Diesel laufen lässt, weil es technisch nicht anders ginge. In Wirklichkeit ist das einfach nur billiger, wie der Kollege nachwies.

Urabstimmung für unbefristeten Streik!

Manche warten ab, was die ver.di-Führung nach der nächsten Verhandlung macht. Aber viele, mit denen wir gesprochen haben, fordern und erwarten jetzt nach der nächsten Verhandlung am Donnerstag eine Urabstimmung und sind zum unbefristeten Streik bereit bzw. offen für diesen weiteren Weg des Kampfes. Ein Notfallwagen der Feuerwehr drehte als Ausdruck der Solidarität hupend eine Ehrenrunde. Die Berliner Montagsdemo bekundete abends ebenfalls ihre Solidarität und ist sehr beeindruckt von der Entschlossenheit der Streikenden.

 

Hier die Solidaritätserklärung der MLPD Berlin Süd-Ost mit den Streikenden