Gelsenkirchen

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Fridays for Future - Maulkorb für Kapitalismuskritiker/-innen?

Den folgenden Leserbrief hat Anna Bartholomé an die Gelsenkirchener Redaktion der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) geschrieben. Er bezieht sich auf die Berichterstattung der Zeitung bezüglich Fridays for Future.

Leserbrief

Wenn für Umweltschützer – ob alt oder jung – der RWE-Konzern bei den Protesten im Hambacher Wald im Fokus steht, und zu seinen Gunsten Polizei im Auftrag der Landesregierung knüppelt; wenn der Weltkonzern BP unverfroren mit der Verbrennung hochgiftiger Raffinerie-Abfälle weitermacht und sich dabei auf Unbedenklichkeitserklärungen der Bezirksregierung Münster beruft; wenn Automobilkonzernen massiver Betrug bei Abgasbelastungen durch Diesel-Autos nachgewiesen ist – und die deutsche Bundesregierung sie bislang vor jeder Bestrafung schützen konnte – dann bedeutet das für viele, dass die Frage des kapitalistischen Gesellschaftssystems aufgeworfen ist, in dem solche Großkonzerne diktieren und sich dabei vieler Regierungen und bürgerlicher Parteien als Handlanger bedienen. Und die Alternative? Sicher längst nicht alle, aber etliche sehen sie in einer sozialistischen Gesellschaft.

 

Diese Diskussion gehört mitten hinein in die „Fridays-for-Future“-Bewegung – soll aber hier in Gelsenkirchen mit allen Mitteln – zunehmend auch mit der WAZ-Berichterstattung - ausgegrenzt und abgewürgt werden.

 

Überparteilichkeit heißt eben keinesfalls Unsichtbarkeit von Parteien und Organisationen. Die Demoteilnehmer*innen haben das Recht zu sehen, wer zu ihnen steht und wer eben nicht. So könnten Grüne, Falken – und eben auch der REBELL - ihre Fahnen dabei haben und sprechen und die Schülerinnen und Schüler können sich selbst ein Bild machen. Ganz gewiss aber wollen sie nicht von unsichtbaren Strippenziehern aufgemischt werden. Dann könnte auch die bedauerliche Spaltung der gesellschaftlich so dringlichen und ermutigenden Bewegung überwunden werden.