Daimler

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Heute Massenentlassungen von Leiharbeitern - und morgen?

"In den bürgerlichen Medien wurde berichtet, dass Daimler, wie bereits VW und andere, ein neues 'Sparprogramm' fahren will." So leitet die Zeitung von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen und Kollegen bei Daimler "Die Stoßstange" ihre aktuelle Ausgabe ein.

Aus Kollegenzeitung "Die Stoßstange"

Weiter schreibt sie: "Alles halb so schlimm, sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Brecht: 'Entlassungen seien nicht geplant und wegen der Beschäftigungssicherung bis 2029 ausgeschlossen.' Doch was ist mit dem Rausschmiss von rund 2500 Leiharbeitern in Rastatt, Düsseldorf und anderen im letzten Jahr und dem geplanten Abbau von weiteren 3500 Leiharbeitern, davon allein 900 in Untertürkheim im Jahr 2019?

 

Viele spüren: es braut sich ein Gewitter über der Autoindustrie zusammen. Zetsche spricht davon, dass es 'kein Naturgesetz ist, dass Daimler ewig besteht'. Deshalb gilt es auch, aus den Lehren von Opel Bochum und dem Bergbau zu lernen. Dort gab es Streiks, die die massenhafte Vernichtung der Arbeitsplätze für eine gewisse Zeit verhindert haben. Aber auch, dass die Führung der Gewerkschaften und Betriebsräte versuchte, die Kollegen zu beschwichtigen und gegen die klassenkämpferischen Kräfte zu hetzen, die mit der MLPD auf Streiks hingearbeitet haben.

 

Wir haben die Krisen und Auftragsrückgänge nicht zu verantworten. Unsere Verantwortung gilt nur unserer Klasse und unseren Familien. Wir verkaufen keine Autos, sondern unsere Arbeitskraft. In diesem Sinne ist es genau richtig, dass im Werk verschiedene kämpferische Aktionen stattgefunden haben. So haben 540 IG-Metaller einen Antrag an den Gewerkschaftstag unterstützt, zum gemeinsamen Kampf für die Übernahme der Leiharbeiter; Vertrauensleute gingen zur Vertrauenskörperleitung, um sie zum Kampf aufzufordern. Vor allem haben 30 Kollegen für kurze Zeit die Arbeit niedergelegt und ein Streik-Zeichen gesetzt, was sich schnell herumgesprochen hat. Denn das ist die einzige Sprache, die die Werksleitung und der Vorstand verstehen.

 

Überwinden wir die Spaltung von Leih- und Stammarbeitern, indem wir gemeinsam für die Übernahme aller Leiharbeiter kämpfen. Denn die 'Stammarbeiter' werden die nächsten sein! ... 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich! Bereiten wir einen konzernweiten Kampf vor: Gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Belegschaft! Deshalb darf die mit den Holdingplänen verfolgte Aufspaltung und Schwächung der Belegschaften nicht hingenommen werden.

 

Zu all dem brauchen wir unsere IG Metall als Kampforgansiation! Für harte und selbständig geführte Kämpfe als Schule des revolutioinären Kampfes für eine sozialistische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung müssen die Betriebsgruppen der MLPD gestärkt werden!"