Griechenland

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Mahir Mete Kul ist tot

Letzte Woche wurde ein männlicher Leichnam auf griechischer Seite des Flusses Mariza/Evros gefunden.

Korrespondenz
Mahir Mete Kul ist tot
Der junge türkische Student Mahir Mete Kul ist tot

Seine Familie hat diesen als Mahir Mete Kul identifiziert (Rote Fahne News hat über seine Flucht und die Suche nach ihm berichtet).

 

Nachdem ein gewisser Zeuge namens Berk Ercan ihn mit Falschaussagen belastet hatte, saß der 21-jährige Mahir Mete Kul seit Ende 2017 zehn Monate im Gefängnis. Nach seiner Entlassung vor fünf Monaten wurde ihm die Wiederaufnahme seines Studiums verwehrt. Es wurde ein Ausreiseverbot gegen ihn verhängt. Beim Versuch, am 24. März 2019 den Grenzfluss Mariza/Evros zwischen Griechenland und der Türkei mit einem aufblasbaren Boot zu überqueren, kenterte dieses. Seither fehlte von Mahir Mete Kul jede Spur.

 

Sein Freund, der auch im Boot war und es an Land schaffte, informierte sofort die Familie von Mahir Mete. Diese informierte sofort die entsprechenden Stellen auf beiden Seiten des Flusses. Doch nichts tat sich. Es wurde nicht gesucht. Erst nachdem die Familie aktiv wurde und der Fall große Aufmerksamkeit durch die Medien erfuhr und somit der Druck auf die Behörden wuchs, begannen die Sucharbeiten.

 

Der Evros ist ein Friedhof. Bei den Sucharbeiten wurden mehrere Leichen geborgen, die bereits seit viele Wochen im Fluss lagen. Das sind keine Einzelfälle. Ganze Familien liegen unter dem Wasser, die Behörden kümmert es nicht. Diese wollen den Fall Mahir Mete Kul nur schnellstmöglich abschließen, um die Aufmerksamkeiten wieder von sich weg zu lenken.

 

Die Mutter Ünzile Araz teilte bereits während der Suche mit: „Schuld am Tod meines Sohnes ist der Imperialismus, sind diejenigen, die uns zu Flüchtlingen gemacht haben. Wir lieben unser Land, aber uns wurde die Lebensgrundlage weggenommen.“

 

Die Mutter hat keine finanziellen Mittel, um ihren Sohn ordentlich zu beerdigen. Freunde haben deshalb einen Spendenaufruf gestartet.