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"Nachdenken" über Karl Marx

Gestern waren 1.500 Leute bei der "Fridays for Future"-Kundgebung in Berlin. Zwei Stunden lang gab es Redebeiträge, Musik und Sprechparolen bei ziemlicher Kälte.

Korrespondenz aus Berlin
"Nachdenken" über Karl Marx
Kämpferische Stimmung bei "Fridays for Future" in Berlin (Foto: RF)

Am offenen Mikrophon sagten mehrere Schülerinnen und Schüler, warum sie da sind: „Die Politiker tun nichts für das Klima, sie wollen nur mehr Geld.“ „Sie sagen, schön, dass ihr eine Demo macht, aber mehr machen sie nicht.“ Noch relativ wenige Studenten sind dabei – an der Technischen Universität und an der Humboldt-Uni wurden jetzt aber "Fridays for Future"-Gruppen gegründet. Auffällig war, dass einige der Organisatoren jetzt stark auf die Europawahl orientieren.

 

Die Umweltgruppe der MLPD verteilte Flugblätter, bot das Buch "Katastrophenalarm! ..." an und mobilisierte zum 19. Internationalen Pfingstjugendtreffen. Ein neuer Interessent möchte Mitglied der MLPD werden.

Wer sind die Spalter?

Wieder mussten wir uns mit Ordnern auseinandersetzen, die uns das Verteilen untersagen wollten. Sie argumentierten, dass Kapitalismuskritik die Bewegung spalten würde. Das Gegenteil ist der Fall. Die Ausgrenzung der Kapitalismuskritik, die von vielen anderen Teilnehmern mit Plakaten wie „System change, not climate change“ oder „Kapitalismus ist schuld“ geteilt wird, spaltet die Bewegung.

 

Unser Plakat mit Marx stieß auf viel Aufmerksamkeit. Wir erläuterten: „Marx legte großen Wert auf die Umweltfrage und hat gesagt, dass man den Kapitalismus abschaffen muss, wenn man die Einheit von Mensch und Natur vollständig verwirklichen will. Bist du auch gegen Kapitalismus?“ „Ich denke darüber nach“, war eine häufige Antwort. Wer Kapitalismuskritik nicht will, der versucht eine Debatte zu unterdrücken, die schon längst begonnen hat.

Bei Workshops kontroverse und solidarische Atmosphäre

Im Anschluss an die Demo gab es im Naturkunde-Museum Workshops mit Wissenschaftern und eine Buchvorstellung. Das Museum überlässt der Bewegung Räume für die selbstorganisierten Workshops und gewährt allen Schülern der Demo freien Eintritt.

 

Unermüdlich diskutieren sie noch stundenlang über umweltpolitische Fragen. Wir nahmen an einer Buchpräsentation teil und diskutierten mit in einer kontroversen und solidarischen Atmosphäre.