Anschläge

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Empörung, Trauer und Wut über faschistischen Terror auf Sri Lanka

Eine Serie von sieben faschistischen Anschlägen an drei verschiedenen Orten Sri Lankas forderte nach bisherigen Informationen 311 Tote und mehr als 500 Verletzte.

Von es
Empörung, Trauer und Wut über faschistischen Terror auf Sri Lanka
Spezialeinheit des Militärs von Sri Lanka (Foto: Chamal Pathirana)

Weltweit gibt es Empörung, Trauer und Wut darüber. Die MLPD verurteilt entschieden diesen faschistischen Massenterror gegen völlig unschuldige Menschen - aber auch, wie ihn die Regierung nun zum Vorwand für eine weitere Faschisierung des Staatsapparats nimmt.

 

Die Anschläge trafen vor allem katholische Kirchen in der Hauptstadt Colombo, dem rund 30 Kilometer entfernten Negombo sowie in Batticaloa, rund 250 Kilometer östlich von Colombo. Aber auch die Luxus-Hotels Cinnamon Grand, Shangri La und Kingsbury in Colombo. Die meisten Anschläge ereigneten sich innerhalb von 30 Minuten - offenbar genau aufeinander abgestimmt.

Faschistischer Terror - religiös verbrämt

Die Regierung von Sri Lanka macht eine Organisation namens National Thowheeth Jama'ath (NTJ) für die Anschläge verantwortlich. Wenn diese in den bürgerliche Medien teilweise als "radikal-islamisch" oder "fundamentalistisch" bezeichnet wird, lenkt dies allerdings von ihrem faschistischen Charakter ab, der lediglich religiös verbrämt ist.

 

Mit der Religiosität der Menschen hat dieser Terror nichts zu tun, vielmehr ist er Ausdruck der zutiefst massenfeindlichen faschistischen Ideologie. Die Attentäter hatten es ganz offensichtlich darauf abgesehen, möglichst viele Menschen zu töten und nützten dazu gezielt die brechend vollen Ostergottesdienste.

Vorwand für Notstandsverordnung

Präsident Maithripala Sirisena ordnete Staatstrauer an und erteilte dem Militär per Notstandsverordnung weitreichende Befugnisse. Sie gibt auch der Regierung diktatorische Vollmachten und kann etwa für Hausdurchsuchungen ohne Erlaubnis eines Gerichts und für Verhaftungen ohne Haftbefehl genutzt werden.

 

Unter dem Vorwand des Kriegs gegen den Terror hat sie bereits eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Offiziell 42 Menschen wurden bisher in Gewahrsam genommen. Vaseekaran, ein in Deutschland lebender tamilischer Flüchtling aus Sri Lanka sieht folgende Hintergründe der Terroranschläge:

 

"Die Terroranschläge sind nur der Vorwand für neue 'Anti-Terrorgesetze', die sich in Wirklichkeit gegen die Masse der Bevölkerung richten. Damit will die Regierung unter anderem Demonstrationen, Kundgebungen und andere Aktionen anlässlich des Massakers an Tamilen vor genau zehn Jahren kontrollieren, behindern und verbieten. Zwischen Januar und Mai 2009 fielen hunderttausende Menschen dem blutigen Staatsterror zum Opfer.

Trotz Warnungen keine Gegenmaßnahmen

Die Regierung selbst muss zugeben, dass solch koordinierte, verheerende Anschläge nicht von einer einzelnen Gruppe auf Sri Lanka verübt werden können. Sie sind offenbar international koordiniert und stehen auch im Interesse der US-Regierung bzw. europäischer Regierungen, die bereits vor zehn Jahren die Unterdrückung der Tamilen mit Militärhilfe unterstützt haben. Mit rund 500.000 Soldaten gibt es auf Sri Lanka weitaus mehr Militär im Verhältnis zur Bevölkerung als etwa in Deutschland.

 

Die Regierung gibt zu, dass es Warnungen ausländischer Geheimdienste gegeben hat. Warum wurde dann nichts zum Schutz der Bevölkerung unternommen? Ich habe gehört, dass Leute mit Verbindungen zur Regierung ihre Familien davor warnten, am Ostermontag in die Kirche zu gehen. Sie müssen mehr gewusst haben, als jetzt zugegeben wird.

 

Wobei es keineswegs so ist, dass nur Christen in die Kirchen gehen würden. Sie sind auf Sri Lanka ein Sammelpunkt für Menschen verschiedenster Religion und Volkszugehörigkeit. Sie alle sind von den Anschlägen betroffen, auch wenn es den islamisch verbrämten Faschisten darum geht, mit ihrem Terror Angst und Schrecken gerade unter der christlichen Minderheit zu verbreiten."

Neofaschistischen Terror bekämpfen - internationale Solidarität stärken

Dagegen fördern revolutionäre Organisationen - sei es in Deutschland oder auf Sri Lanka - die Kampfeinheit von Arbeitern und breiten Massen unterschiedlicher Nationalität und Herkunft. "Der Kampf gegen den neofaschistischen Terror steht im enger Verbindung mit der aktiven Förderung von Völkerfreundschaft und internationaler Solidarität“, heißt es dazu im Programm der MLPD (S. 142).

 

Die MLPD fördert insbesondere auch den Gedanken, dass sich der Protest gegen Unterdrückung nationaler, ethnischer oder religiöser Minderheiten mit dem Klassenkampf gegen kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung sowie für eine sozialistische Perspektive verbinden muss. Dazu arbeitet sie aktiv an der Stärkung der revolutionären Weltorganisation ICOR und dabei eng zusammen mit Revolutionären aus Sri Lanka wie der ICOR-Organisation New-Democratic Marxist-Leninist Party (NDMLP).