Spanien

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"Linkes Lager" stärkt sich in der Polarisierung

Die im Vorfeld der Parlamentswahl in Spanien in den bürgerlichen Medien gezielt aufgewertete faschistoide Partei Vox erhielt entgegen Umfragen, die sie teilweise bereits als stärkste Partei sahen, 10,3 Prozent der Stimmen.

Das zeigt zugleich, dass in der wachsenden gesellschaftlichen Polarisierung in Spanien die faschistoide, nationalistische Propaganda von Vox bei einem Teil der Massen mit niedrigem Klassenbewusstsein allerdings auch Wirkung erzielt.

Viele Stimmen für Sánchez Stimmen gegen Vox

Dass die sozialdemokratische PSOE mit 28,7 Prozent der Stimmen trotz großer Unzufriedenheit mit ihrer Rechtsentwicklung als Regierungspartei der letzten drei Jahre einen Zuwachs von 6 Prozentpunkten gegenüber 2016 verbuchte, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass viele antifaschistisch gesinnte Wähler Vox damit eine Abfuhr erteilen wollten.

 

Premierminister Pedro Sánchez führte einen Wahlkampf mit eher "linker" Demagogie, um sich dem vorherrschenden Linkstrend unter den Massen anzubiedern. Eine revolutionäre Alternative stand nicht zur Wahl.

Wahl deutlich politisiert

Die reaktionäre frühere Regierungspartei PP halbierte ihr Stimmenergebnis mit nur 16,7 Prozent der Stimmen, ein Minus von 16,3 Prozentpunkte. Obwohl auch die linksreformistische Unidas Podemos 6,8 Prozentpunkte verlor, konnte das "linke Lager" insgesamt mehr Stimmen auf sich vereinigen als das rechte.

 

Die Wahl war aufgrund der gesellschaftlichen Polarisierung deutlich politisiert, was sich unter anderem an der von 69,8 auf 75,8 Prozent gestiegenen Wahlbeteiligung zeigt.

Revolutionäre Kräfte stärken

Auch in Spanien besteht die wichtigste Schlussfolgerung, die revolutionären Kräfte weiter zu stärken.