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„Wir geben keine Ruhe …“

Am gestrigen Donnerstag, dem 2. Mai, wurde in vier Werken von Amazon gestreikt. Dazu ein kurzer Bericht eines Kollegen aus einem der Werke:

Korrespondenz

„Wir geben keine Ruhe, jedenfalls nicht, solange man uns die Leistungen aus dem uns zustehenden Tarifvertrag des Einzel- und Onlinehandels verweigert … und erst recht nicht, solange Amazon Verhandlungsgespräche darüber mit unserer Gewerkschaft ver.di verweigert!

 

Deshalb sind wir erneut in den Streik getreten - „wir“, das sind die ver.di-Mitglieder bei Amazon.

Drei Stufen hatte unser Vorgehen zu dieser derzeitigen Aktion:

Die erste Gruppe von Vertrauensleuten holte heute, den 2. Mai, die ersten Streikenden um 0.00 Uhr aus dem laufenden Betrieb, die zweite Welle fing die Werktätigen zur Früh, bzw. Mittelschicht von 5 Uhr bis 8 Uhr vor dem Werktor ab und die letzte Gruppe empfing die Spätschicht ab 14.45 Uhr.

 

So wurde bei uns eine Streikbeteiligung von etwa 35 Prozent erreicht (eigene Zählung, bzw. Schätzung). Derzeit sind die Standorte Rheinberg, Bad Hersfeld, Koblenz und Leipzig in den Streik getreten.

Gesichter der Vorgesetzten waren nicht mit Gold zu bezahlen

Die Gesichter der durchs Werktor eilenden „Leads“ (entspricht etwa einem „Vorarbeiter“ oder „Erstverkäufer“) und „Managern“ (Abteilungsleiter und/oder anderes „leitendes Personal“) waren nicht mit Gold zu bezahlen – hatten wir doch bereits im April vier Tage lang gestreikt!

 

Die Mienen der streikenden Werktätigen hellte sich merklich freudig auf, als die Vertrauensleute ihnen eröffneten, daß diesmal erneut drei Tage am Stück in den Ausstand gegangen werden soll (Donnerstag, Freitag UND auch Samstag, was für Amazon extrem ungewöhnlich ist, denn bisher wurde die "Nadelstich-Taktik" bevorzugt).

 

„Drei Tage?? Bis Samstag – einschließlich...??!!“ Ungläubiges Staunen. „Yepp.“ „HAMMER --- GEIL !!!“

So in etwa war stets die Reaktion der Arbeiterinnen und Arbeiter

„... Endlich passiert mal wieder was !“ Insgesamt wurden heute wohl so an die 450 bis 500 Streikende in die Streiklisten eingetragen; das war für die Vertrauensleute sicher Stress – aber ein positiver, denn man sieht, dass Einsatz sich lohnt!