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Belegschaften lehnen Konzern-Aufspaltung und Arbeitsplatzvernichtung ab

Die Nachricht von der Abspaltung der Kraftwerkssparte „Gas und Power“ aus dem Siemenskonzern schlug in den Betrieben ein.

Korrespondenz aus Berlin
Belegschaften lehnen Konzern-Aufspaltung und Arbeitsplatzvernichtung ab
Protest bei Siemens im Jahr 2017 (rf-foto)

Viele Kolleginnen und Kollegen machen sich berechtigt große Sorgen um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Siemens trennt sich damit von 80.000 der 380.000 Beschäftigten weltweit. „Das ist reiner Kapitalismus, es geht nur noch um die Profitmaximierung der Aktionäre“, sagen viele Kolleginnen und Kollegen. „Es ist ein massiver Angriff auf die Einheit der weltweiten Siemens-Belegschaft, wenn fast jeder vierte Siemenskollege ausgeliedert wird bzw. von Entlassungen bedroht ist,“ sagt eine Kollegin aus Berlin.

Kolleginnen und Kollegen positionieren sich gegen die Abspaltung der Kraftwerkssparte

10.400 Arbeitsplätze sollen in den verbleibenden Sparten des Siemens-Konzerns vernichtet werden. In Deutschland sind 20 Standorte mit 20.000 Beschäftigten von der Abspaltung betroffen. Allein in Berlin sind das 6000 der 12.500 Siemens-Kolleginnen und Kollegen. Die Zeitung Die Welt spricht vom „größten Bruch mit der bisherigen Firmengeschichte“. Auf Betriebsversammlungen in der Turbinenfabrik und im Schaltwerk Berlin entwickelte sich eine Stimmung, dass dieser bisher umfangreichste Angriff auf die Siemens-Belegschaft abgelehnt werden muss. Die rund 1000 anwesenden Kolleginnen und Kollegen in der Turbinenfabrik positionierten sich bei einer Abstimmung mit wenigen Enthaltungen gegen die Abspaltung der Kraftwerkssparte. Auf große Kritik stößt auch, dass die Vertreter des IG-Metall-Vorstands und des Gesamtbetriebsrats im Aufsichtsrat den Plänen zugestimmt haben. Laut Berichten von Kolleginnen und Kollegen traf die Forderung nach dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Joe Kaeser mit seinem Plan und für die Rücknahme der Zustimmung der IG-Metall-Vertreter im Aufsichtsrat zur Abspaltung auf breite Zustimmung.

Es wird heftig diskutiert

In vielen Abteilungen wird heftig diskutiert, wie der Angriff zu beantworten ist und wie ein konzernweiter Kampf gegen die Entscheidung des Vorstands organisiert werden kann. Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde der Arbeiterplattform des Internationalistischen Bündnisses sammeln Unterschriften „Für die Zukunft der Jugend: Wir akzeptieren die Arbeitsplatzvernichtung von Siemens nicht!“