Argumente zur Europawahl

Argumente zur Europawahl

Bergarbeiter müssen gemeinsam kämpfen

Die Steinkohleförderung in Deutschland wurde Ende August 2018 eingestellt.

Von MLPD

Dem war die Stilllegung der Steinkohlezechen in England (2015) und Spanien (2017) vorausgegangen. Arbeiteten 1985 noch 51.420 Bergleute in Spanien, waren es 2017 gerade noch knapp über 2000. Aktuell werden viele Steinkohlezechen in Polen dichtgemacht. Das alles läuft mit dem Segen der EU. Was aus den Bergleuten und ihren Familien in Europa wird, stört diese Konzerne, ihre Regierungen und die EU dabei nicht.

 

Die EU handelt in vollstem Einverständnis mit dem allein herrschenden internationalen Finanzkapital und auch mit den Kohlekonzernen. Mittlerweile können sie maximalen Profit nur noch realisieren, wenn sie einen führenden Weltmarktanteil erobern. Ist dies nicht möglich, stoßen die Konzerne ganze Sparten ab und konzentrieren sich in Verbindung mit Fusionen und Firmenübernahmen auf solche Produktionsbereiche, in denen sie über einen führenden Anteil am Weltmarkt verfügen. Im Kohlebergbau geht dies damit einher, dass die größten Produzenten sich auf den besonders profitablen Tagebau spezialisieren.

 

Hier winken Riesenprofite für die Konzerne auf Kosten massiver und irreparabler Umweltzerstörung und desaströser Auswirkungen auf die Menschheit. Es sind in allen EU-Ländern bereits Claims für das Fracking abgesteckt - genau dort, wo bisher die Zechen standen. Ein Wahnsinn! In diesem kapitalistischen System zählt nur der Profit, nicht der Mensch und seine natürlichen Lebensgrundlagen.

 

Dabei wären in einem äußerst sicheren Untertagebergbau noch Millionen Tonnen Steinkohle zu fördern. Nicht zum Verbrennen, sondern zur Verwertung des wertvollen Rohstoffs Kohle. Kohlenstoff wird für alle Prozesse in der Chemie, in der Pharmazie, zum Bau von Filteranlagen usw. dringend benötigt.

 

Massenkämpfe der Bergarbeiter wie in Spanien gegen die Stilllegung des Steinkohlebergbau wollte man in Deutschland verhindern. Deshalb wurde den Bergleuten erzählt, dass alles "sozialverträglich" abläuft. Bei 600.000 vernichteten Arbeitsplätzen wäre nicht ein Kumpel "ins Bergfreie gefallen". Jetzt heißt es im sogenannten "Sozialplan'" für die Nicht-Anpassungsberechtigten ganz offiziell, dass "ein Ausscheiden von Mitarbeitern ins Bergfreie ... nicht mehr vermeidbar ist".

 

Eine "sozialverträgliche" Arbeitsplatzvernichtung gibt es nicht. Wer im Bergbau "Anpassung" erhält, bekommt bis zu seinem Eintritt ins Rentenalter lediglich zwischen 900 und 1300 Euro. Davon können viele, auch Kumpel mit Familie, nicht leben und müssen deshalb zusätzlich arbeiten. Viele sind auch noch zu jung für die Anpassung. Ihnen werden entweder Abfindungen angeboten oder Ersatzjobs mit weiten Anfahrwegen, was zu großen Belastungen führt. Leiharbeiter bekommen gar nichts und stehen vor dem Aus.

 

Die Internationalistische Liste / MLPD erklärt klipp und klar: Rebellion gegen die imperialistische EU ist nötig. Sie fördert den gemeinsamen Kampf und den Zusammenschluss der Bergarbeiter europa- und weltweit. Für eine lebenswerte Zukunft - auch für kommende Generationen! Deshalb Internationalistische Liste / MLPD wählen!