Stahlindustrie

Stahlindustrie

Fusion Thyssenkrupp und Tata Steel geplatzt - Stahlarbeiter herausgefordert

Heute informierte der Thyssenkrupp-Vorstand, dass die geplante Fusion mit Tata Steel und die Pläne zur Aufspaltung des Konzerns abgesagt sind. Der Vorstand steht vor dem Scherbenhaufen seines bisherigen Kurses.

Von Landesleitung NRW der MLPD
Fusion Thyssenkrupp und Tata Steel geplatzt - Stahlarbeiter herausgefordert
Peter Römmele (Foto: RF)

Die Vorboten einer neuen Weltwirtschafts- und Weltfinanzkrise werfen ihre Schatten voraus. Der Rückgang der Auslastung der Autoindustrie schlägt auf die Stahlindustrie zurück. So hat Thyssenkrupp seine Produktionsplanung für dieses Jahr bereits um 10 Prozent gesenkt, in Dortmund und Duisburg müssen Anlagen zeitweilig stillgelegt werden.  Konzernchef Guido Kerkhoff kündigte bereits die Vernichtung von 6000 Arbeitsplätzen an - 4000 davon in Deutschland.

Verschärfter Konkurrenzkampf

Kolleginnen und Kollegen werden zum Teil mit Druck durch die Vorgesetzten gezwungen, Überstunden abzubauen, freizunehmen. Kurzarbeit ist nicht mehr auszuschließen. Diese wirtschaftliche Entwicklung verschärft den Konkurrenzkampf unter den internationalen Stahlmonopolen.

 

Vor allem Arcelor/Mittal hat kein Interesse, dass mit Tata und Thyssenkrupp Steel in Europa ein ernstzunehmender Konkurrent entsteht und Tata seine Position auf dem internationalen Stahlmarkt stärkt. Es ist auch im Interesse der Autoindustrie, dass sie bei Preisverhandlungen für Autobleche möglichst viel Anbieter hat, die sie gegeneinander ausspielen kann.

Aktienkurs steigt

Eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung des Thyssenkrupp-Vorstands spielen die Finanzinvestoren: der schwedische Finanzinvestor Cevian ist mit 18 Prozent der zweitgrößte Aktienbesitzer und der US-Hedgefonds Eliot (3 Prozent der Aktien).

 

Cevian hat im Aufsichtsrat gegen die Fusion von TKSE mit Tata gestimmt drängt mit Eliot seit langem darauf, den „Gemischtwarenladen“ Thyssenkrupp in seine Einzelteile zu zerlegen und diese an die Börse zu bringen. Sie haben den Druck auf den Vorstand erhöht, nachdem in den letzten Wochen der Aktienkurs von Thyssenkrupp auf den niedrigsten Wert seit 15 Jahren gesunken ist. Die aktuelle Ankündigung des Vorstandes hat sofort zu einer Kurssteigerung von bis zu 10 Prozent geführt.

Gemeinsamer Kampf erneut auf der Tagesordnung

Aber auch in der Belegschaft gab es großen Widerstand gegen die Fusion und deren Folgen. Das Scheitern der Fusion wird die vom Vorstand in dieser Auseinandersetzung geschürten Illusionen in eine Sozialverträglichkeit und den Tarifvertrag Zukunft platzen lassen. Jetzt steht erneut der gemeinsame Kampf aller Stahlarbeiter auf der Tagesordnung.

 

Peter Römmele, Landesvorsitzender der MLPD und Stahlarbeiter: „Jetzt sind die Stahlbelegschaften herausgefordert, gemeinsam den Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten und für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich zu führen. Sie können sich dabei zu 100 Prozent auf die MLPD und ihre Betriebsgruppen verlassen. Ich fordere jede Kollegin und Kollegen auf, sich jetzt ernsthaft zu überlegen, Mitglied der MLPD zu werden.“