Pressekonferenz

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Geflüchtete sind keine Menschen zweiter Klasse

Um 17 Uhr begann heute die Pressekonferenz „Geflüchtete sind keine Menschen zweiter Klasse“. Anlass ist der Jahrestag des Protestes hunderter Flüchtlinge in Ellwangen am 9. Mai 2018. Weil Alassa Mfouapon – einer der Aktivisten - nicht persönlich dabei sein kann, publizierte er vorab seinen Redebeitrag für die Pressekonferenz.

Von jw
Geflüchtete sind keine Menschen zweiter Klasse
Demonstration vor einem Jahr in Ellwangen

Seine Teilnahme scheiterte aufgrund der Residenzpflicht und der regelmäßigen Ablehnung seiner Anträge, für wichtige Einladungen den Ort zu verlassen. Rote Fahne News veröffentlicht den Beitrag von Alassa Mfouapon und ergänzt den Artikel um ca. 20 Uhr durch ein Bericht von der Pressekonferenz:

Wir sind Flüchtlinge und keine Kriminelle!

Alassa Mfouapon


"Ich bin Alassa Mfouapon. Ich werde mich hier nicht weiter vorstellen, da ich bei den Medien bekannt bin. Ich spreche an diesem ersten Jahrestag des brutalen und demütigenden Polizeiangriffs. Dieser missachtete unsere Menschenwürde, indem gegenüber der breiten Öffentlichkeit behauptet wurde, dass wir Kriminelle sind. Ich werde hier noch einmal sagen: 'Wir sind Flüchtlinge und keine Kriminelle!'

 

Wir haben vor einem Jahr diese Bewegung gegründet, damit ein Flüchtling nie wieder im Erstaufnahmelager eine Gefahr spüren muss. Unser Kampf wird erst dann zu Ende sein, wenn ein Flüchtling in jeder Hinsicht würdig behandelt wird und er sich selbst endlich als Mensch betrachten kann. Denn wir haben gespürt, dass man Flüchtlinge als Menschen dritter Klasse betrachtet.

 

Am 3. Mai haben wir einen repressiven Angriff erlebt, im direkten Zusammenhang mit einer friedlichen Demonstration, die wir am Abend des 30. April durchgeführt hatten für unseren Bruder aus Togo, der den Händen der Abschiebepolizei ausgeliefert war.

 

Diese Geschichte wurde im ganzen Land bekannt, und ich kann mich nicht raus halten, da ich selbst zum Ziel des Hasses einiger Medien und sozialer Netzwerke wurde. Sie wollenden Hass der Menschen, die gegen Flüchtlinge sind, anfeuern und glauben, dass die Flüchtlingsströme das Hauptproblem sind, wobei sie die Ursachen der Flucht aus den verschiedenen Ländern nicht erwähnen.

 

Nach diesem brutalen Angriff haben viele unserer Brüder unter ihrer Arglosigkeit gelitten. Sie wurden willkürlich festgenommen, nur weil sie Widerstand leisteten gegenüber Menschen, die sie angegriffen und sich nicht ausgewiesen hatten. (Wie soll man wissen, ob sie Polizeibeamte waren oder nicht?).

 

Wir haben gegen diesen Angriff, den wir als illegal betrachteten, Beschwerde erhoben. Ich wurde jedoch festgenommen und nach Italien ausgewiesen. Als ich nach sechs Monaten zurückkehrte, wurde ich von den Medien angefeindet. Das BAMF entschied unverschämt, mich und meine Frau nach Italien zurück zu schicken.


Vielen herzlichen Dank an den Freundeskreis Alassa, an den Asylkreis in Ellwangen mit Pater Baumann, Journalisten und Amnesty International, die über den Polizeiangriff informierten. Danke auch an Rex Osa, an Aktion Bleiberecht in Freiburg, an den Flüchtlingsrat Baden Württemberg und an die MLPD und REBELL. Sie alle haben diesen Kampf und die Anliegen der Flüchtlinge unterstützt, weil die Zeit gekommen ist, das Problem der Flüchtlinge auf der ganzen Welt zu lösen.


In diesem harten und täglichen Kampf setzen wir unsere Rechte durch, damit sie respektiert werden. Wir verurteilen jeden Versuch, Flüchtlinge zu kriminalisieren. In diesem Kampf haben wir bereits zwei Medien gegen uns (Bild; Deutschland KURIER).

 

An diesem Tag möchte ich meine Verbundenheit mit euch hier versammelten Flüchtlingen und Freundinnen und Freunde im Kampf bekräftigen. Denn es ist Zeit für eine bessere Zukunft.

Kein Mensch ist illegal!

Hoch die internationale Solidarität!