E-Mobilität

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VW plant Batteriefertigung in Salzgitter

Aufsichtsrat und Vorstand der Volkswagen AG haben beschlossen, ein Investitionsvolumen von knapp einer Milliarde Euro in eine Batteriezellfertigung in Niedersachsen, voraussichtlich Salzgitter, zu stecken.

Korrespondenz

In den nächsten zehn Jahren sollen fast 70 neue E-Modelle auf den Markt kommen. Damit steigt der Batterie-Bedarf von VW allein in Europa und in Asien auf mehr als 300 Gigawattstunden jährlich. Bisher werden die Batterien hauptsächlich aus Asien importiert.

 

In einer Pressemitteilung über die gestrigen Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen heißt es: "Es ist geplant, eine Batteriezellfertigung in Deutschland (Niedersachsen) anzusiedeln, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hierfür gegeben sind. Entscheidende Kriterien bei der Standortwahl sind wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen und – wegen des hohen Strombedarfs bei der Zellfertigung – attraktive Energiepreise. Und nicht zuletzt: das Tempo bei den Genehmigungsverfahren, da der Aufbau einer Zellfabrik mindestens drei Jahre dauert.

 

Stellschrauben gäbe es einige, um die Attraktivität potenzieller deutscher Standorte zu erhöhen. Denkbar wären zum Beispiel eine Befreiung von der EEG-Umlage, Unterstützung bei der Gewährung von Investitionshilfen und bei Infrastrukturmaßnahmen, außerdem Maßnahmen wie die Gewährung von Sonderabschreibungen oder Steuervorteilen, und nicht zuletzt eine staatliche Förderung von Ausbildung bzw. Umschulung in der betreffenden Region."

Staatsmonopolistischer Kapitalismus live

Prompt erklärt als folgsamer Dienstleister der Konzerne der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil: „Der heutige Beschluss des Aufsichtsrats ist ein Durchbruch für die Batteriezellproduktion in Niedersachsen. Für das Autoland Nr.1 ist die Produktion von Batteriezellen zwingend notwendig. Für den Standort Salzgitter sind das positive Signale. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Batteriezellproduktion in Deutschland zu wettbewerbsfähigen Bedingungen stattfinden kann.“

 

So funktioniert der staatsmonopolistische Kapitalismus: VW schreibt einen Wunschzettel, der Staat als Dienstleister für das allein herrschende Finanzkapital erklärt sogleich seine Zustimmung.

 

VW hat sich außerdem mit weiteren europäischen Konzernen - darunter dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt - zur „European Battery Union“ (EBU) zusammengeschlossen. Die EBU will mit gemeinsamen Forschungsaktivitäten Anfang 2020 beginnen.