Tarifrunde im Handel

Tarifrunde im Handel

„Angebot ist ein Minus“

Am 29. Mai fand in Düsseldorf eine zentrale Streikversammlung der Beschäftigten des Einzelhandels, Groß- und Außenhandels statt.

Korrespondenz

Aufgerufen waren Beschäftigte aus 120 Betrieben mit dem Schwerpunkt Einzelhandel. Die Protestversammlung war verbunden mit ganztägigen Arbeitsniederlegungen und richtete sich gegen gegen die schleppenden Tarifverhandlungen. Nach der Protestversammlung zogen 3000 Kolleginnen und Kollegen durch die Düsseldorfer Innenstadt.

 

Ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt im Einzelhandel (mindestens 163 Euro) sowie im Groß- und Außenhandel (mindestens 180 Euro) bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Kapitalisten haben nach Gewerkschaftsangaben in der ersten Verhandlungsrunde für den Einzelhandel eine Erhöhung von 1,5 Prozent zum 1. Mai 2019 und weitere 1,0 Prozent zum 1. Mai 2020 angeboten.

 

Für die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel hatten die Kapitalisten 1,8 Prozent im ersten Jahr und weitere 1,2 Prozent im zweiten Jahr angeboten.

Leere Bedientheken in Supermärkten

Dazu sagte eine Verkäufer aus Duisburg: „Wenn man die Kostensteigerungsrate gegenrechnet, ist das für die Mitarbeiter, die jeden Tag ihre Bestleistung geben, sogar ein Minus." ver.di-Verhandlungsführerin Silke Zimmer bezeichnet die bisherigen Angebote als „beschämend“.

 

Vor allem in einigen Supermärkten machten sich die Streiks durch leere Bedientheken bemerkbar. Am 6. Juni 2019 werden die Tarifverhandlungen im Einzelhandel fortgesetzt; im Groß- und Außenhandel startet die dritte Tarifrunde am 26. Juni in Düsseldorf.