Bergbau

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"Kämpfen zu riskant?"

Der "Vortrieb", die Zeitung der Bergarbeiterbewegung in Deutschland, hat den folgenden Artikel veröffentlicht:

Aus Kollegenzeitung "Vortrieb"

Die meisten von uns sind entschlossen, gegen eine Kündigung zu klagen. Das ist auch richtig! Aber bei den Deputatleuten hat sich ja gezeigt - selbst wenn nachgewiesen ist, dass die RAG (Ruhrkohle AG, Anm. d. Red.) manipuliert hat, kann der Richter das noch so hindrehen, dass die RAG am Schluss gut da steht.

Deshalb: Wir müssen um unsere Rechte kämpfen!

Die Frage ist - was für ein Risiko gehen wir damit ein? Schon in der Vergangenheit hat sich gezeigt - wer den Mund aufmacht, der wird von der RAG gemobbt. Aber wenn wir deshalb den Schwanz einziehen, kommen wir nicht weiter.

 

Hat Kanzler Kohl 1997 nicht zurückgezogen als 130.000 Bergbaubeschäftigte sieben Tage in den Streik getreten sind? Ohne zu kämpfen, hätten wir heute noch nicht den 8-Stunden-Tag.

 

Heute ist die RAG empfindlich. Ihre Glaubwürdigkeit ist angeschlagen. Auf ihren Abschiedsfeiern hat sie groß getönt: "Keiner fällt ins Bergfreie." Alles Lüge, wie sich jetzt herausstellt. Also: eine Aufsehen erregende Kampfmaßnahme bringt die RAG schwer in die Defensive.