Antifaschismus

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Gedenken an Dr. Richard Sorge Chemnitz

Anfangs der 1990-er Jahre wurde die Gedenktafel aus Bronze für Dr. Richard Sorge (1895-1944) an der Hohe Straße/Kaßbergauffahrt in Chemnitz höchstwahrscheinlich wegen ihres Schrottwertes gestohlen.

Von Jonny Michel/VVN/BdA Chemnitz
Gedenken an Dr. Richard Sorge Chemnitz
Die neue Tafel für Dr. Richard Sorge in Chemnitz (foto: Jonny Michel)

Seither stand der Gedenkstein, an dem die gestohlene Erinnerungstafel für Dr. Richard Sorge hing, schmucklos im kleinen Park, der trotzdem vom Grünflächenamt Chemnitz liebevoll gepflegt wird. Aus Anlass des Tages der Befreiung vom Faschismus brachten am 8. Mai 2019 Kameradinnen und Kameraden des Verbandes der Verfolgten des Naziregims - Bund der Antifaschisten Chemnitz (VVN-BdA) eine neue Gedenktafel an. Der Text wurde gegenüber der alten Tafel nicht verändert. Lediglich ein kleiner Nachsatz gibt Auskunft über das vermeintliche Schicksal der Bronzetafel.

 

In der Broschüre "Gegen das Vergessen" ist vermerkt: "Die politische Tätigkeit von Richard Sorge begann am Ende des 1. Weltkrieges. Sein Wirken war darauf gerichtet, die immer aktiver werdenden Kriegstreiber zu entlarven. In China legte er Vorhaben Tschiang Kai Cheks offen. Bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1941 war er in Japan tätig, wo er für den Widerstand arbeitete. Die Verbindung seiner Gruppe "Ramsey" ermöglichte der Sowjetunion, wesentliche Entscheidungen für den Ausgang des 2. Weltkrieges zu treffen.

 

Dr. Richard Sorge wurde am 7. Oktober 1944 hingerichtet. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Tokioter Tama-Friedhof unter einem Granitblock mit der Inschrift: „Hier ruht ein Held, der sein Leben hingab im Kampf gegen den Krieg, für den Frieden auf der ganzen Welt“.

 

Anmerkung der Rote Fahne Redaktion:  Eine der größten Leistungen Dr. Richard Sorges war es, die Sowjetunion vor dem Angriff der faschistischen deutschen "Wehrmacht" zu warnen. Die Tragik der Situation bestand darin, dass die sowjetische Führung die Warnung nicht ernst genug nahm. Einer der wenigen Fehler Josef Stalins in der Führung der Sowjetunion in der Zeit des Zweiten Weltkriegs.