Bergbau

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Ruhrkohle AG: Auch an der Saar mutwillige Gefährdung der Umwelt

Seit Montag, 3. Juni, findet in Ensdorf, Saarland, ein sogenannter Erörterungstermin zu der von der Ruhrkohle AG (RAG) beantragten Flutung der Gruben im Saarland statt.

Korrespondenz
Ruhrkohle AG: Auch an der Saar mutwillige Gefährdung der Umwelt
Fördergerüst des stillgelegten Bergwerks Saar in Ensdorf (foto: Markscheider (CC BY-SA 4.0))

Die RAG plant in einer ersten Stufe das Wasser bis auf 320 Meter ansteigen zu lassen. Gegen die Teilflutungspläne der RAG mit Phase 1 hat sich eine breite Ablehnungsfront entwickelt - von Kirchen, der CDU bis zur Bergarbeiterbewegung Kumpel für Auf und der MLPD. Es gab 6882 Einwendungen von Bürgern sowie 128 kritische Stellungnahmen von Verbänden, Behörden, Kommunen und Landkreisen.

RAG will alle Gruben vollaufen lassen

In einer zweiten, noch nicht beantragten Stufe will die RAG dann alle Gruben volllaufen lassen und das Grubenwasser bei 190 Meter über Null in die Saar leiten. Nach Angaben der RAG und des Bergamtes ist ein Gebiet von 360 Quadratkilometern mit 30 Gemeinden und rund 600.000 Menschen betroffen. Die von der RAG bestellten Gutachten verharmlosen vollständig die mit der Flutung verbundenen Gefahren. So wird davon gesprochen, dass es zu einer Hebung des Bodens um maximal 10 Zentimeter kommen wird und mögliche Erschütterungen im Raum Nalbach/Saarwellingen/Lebach geringer ausfallen werden als beim Abbau. Für das Trinkwasser sehen die „Experten“ keine Gefahr, höchstens im „worst case“, also allerschlimmsten Fall. Begründet wird dies mit der abenteuerlichen These, dass die Giftstoffe an Schwebestoffe gebunden sind und sich am Boden ablagern.

Wasser ist ständig in Bewegung

Erstens trifft dies nur für einen Teil der Giftstoffe zu und zweitens ist das Wasser ständig in Bewegung. Auch die Behauptung, das im Grubenwasser befindliche Gift könne wegen der undurchlässigen Gesteinsschichten nicht mit dem Trinkwasser in Berührung kommen, ist falsch. Durch Tagesbrüche, stärkere Erdbeben, bekommen die Gesteinsschichten Risse. Es entstehen Verbindungen durch die das vergiftete Grubenwasser durch die Kapilarwirkung nach oben zum Trinkwasser steigen kann. Das Fluten der Zechen an Saar und Ruhr verbaut nicht nur den Zugang zu einem wertvollen Rohstoff für künftige Generationen, es vernichtet auch Arbeitsplätze und birgt die große Gefahr regionaler Umweltkatastrophen. Gegen diese menschenverachtende Politik der RAG gilt es den aktiven Widerstand zu entwickeln und gemeinsam den Kampf an Saar und Ruhr zu führen. Die Bergarbeiterdemonstration am 15. Juni in Bottrop kann dazu ein wichtiger Schritt sein.

 

Hier gibt es den Flyer zur Bergarbeiterdemonstration!