Co-Management

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VW will 4.000 Arbeitsplätze und weitere Ausbildungsplätze vernichten

Als VW-Chef Herbert Diess im März bei der Belegschaftsversammlung in Wolfsburg die Vernichtung von 7.000 Arbeitsplätzen in der Verwaltung ankündigte, schlug ihm empörter Protest der 20.000 Kolleginnen und Kollegen entgegen.

Korrespondenz
VW will 4.000 Arbeitsplätze und weitere Ausbildungsplätze vernichten
"Knast statt Boni" fordern diese Aktivisten beim Umweltkampftag 2018 in Hamburg (Foto: RF)

Jetzt hat sich der VW-Vorstand mit dem Gesamtbetriebsrat auf eine neue Vereinbarung geeinigt. „Wir haben für die Belegschaften unsere Hauptanliegen Beschäftigungssicherung und Altersteilzeit durchgesetzt,“ so der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende Bernd Osterloh. Statt der geplanten 7.000 sollen jetzt „nur noch“ 4.000 Arbeitsplätze im Verwaltungsbereich bis 2023 als Folge der Digitalisierung vernichtet werden.

 

Dafür will der Konzern bis 2023 vier Milliarden Euro investieren. Die Arbeitsplatzvernichtung soll durch Ausdehnung der Altersteilzeit umgesetzt werden. Als „Gegenleistung“ versprach der VW-Vorstand, in allen Standorten bis 2029 auf „betriebsbedingte Kündigungen“ zu verzichten. Ein Vertrauensmann aus Wolfsburg dazu: „Was davon zu halten ist? Die Halbwertszeit der Gültigkeit von Vereinbarungen mit dem Vorstand sinkt gegen Null. Und dann sollen wir denen noch Zusagen für zehn Jahre glauben?“

Steigerung der Ausbeutung um 25 Prozent

Zugestimmt hat der Betriebsrat auch einer Produktivitätssteigerung von 25 Prozent bis 2023, um die „Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern“, wie ein Konzernsprecher verkündete. Kein Wunder, dass der VW-Vorstand das vereinbarte Paket als „ausgewogenes Programm“ lobt. „Ausgewogen“ für VW, zur Sicherung seiner Position als Weltmarktführer und zur Dämpfung der Klassenwidersprüche. „Das bedeutet eine Steigerung der Ausbeutung um 25 Prozent. Wir gehen heute schon auf dem Zahnfleisch. Und alles nur für den Profit von VW", so eine Kollegin vom Band.

 

Es wächst auch die Kritik an der Co-Management-Politik der reformistischen Betriebsratsspitze. „Ich bin doch nicht in der Gewerkschaft, um mir immer wieder anhören zu müssen, dass angeblich mehr nicht drin war,“ kritisiert eine Kollegin.

30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich - im Interesse der Jugend

Auf der Strecke bleibt die Jugend. Die Zahl der jährlichen Auszubildenden soll die nächsten drei Jahre bei 1.400 bleiben. Das ist aber eine Mogelpackung, da 250 Plätze gegen gerechnet werden können - für ältere Beschäftigte, die eine bestimmte Ausbildung im IT-Bereich machen. Vor allem auch im Interesse der Jugend muss jetzt der Kampf um die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich als Konzernvereinbarung vorbereitet werden.