Stahl

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"Konzernweiter Kampf muss die Antwort sein!"

"Vor zwei Wochen wurde die Fusion des Stahlbereichs mit Tata und die Aufspaltung des Konzerns in zwei Teile abgesagt", so leitet die Zeitung von Kollegen für Kollegen, "Stahlkocher", ihren Leitartikel ein. Weiter schreibt sie:

Aus Kollegenzeitung "Stahlkocher"
"Konzernweiter Kampf muss die Antwort sein!"
(foto: skeeze / pixabay / CC0)

"Während viele vom Krisenchaos bei thyssenkrupp sprechen, stecken dahinter machtpolitische Interessen des deutschen und europäischen Finanzkapitals. Es sollte verhindert werden, dass der Stahlbereich unter die Kontrolle des indischen Konzerns Tata fällt.

 

Der Aufsichtsrat hat einstimmig dem Plan des Vorstands zur 'strategischen Neuausrichtung' von thyssenkrupp zugestimmt. 'Damit werden wir den Interessen von Mitarbeiten, Kunden und Aktionären gleichermaßen gerecht!', so die Vorsitzende Martina Merz. Wir haben aber kein Interesse daran, dass unsere Arbeitsplätze auf dem Altar der Profite vernichtet werden!

 

Weltweite spitzen sich die Widersprüche zwischen den imperialistischen Ländern zu und verschärft sich der Konkurrenzkampf der Konzerne. Einzelne Bereiche von thyssenkrupp sollen mit anderen deutschen oder europäischen Konzernen zusammengehen, um im jeweiligen Bereich eine marktbeherrschende Stellung einzunehmen.

 

Der Marinebereich soll mit der französischen Naval Group zum Marktführer in Europa im militärischen Schiffbau werden. Linde wirft ein Auge auf den Anlagenbau, bei Elevator wird Kone favorisiert und im Stahlbereich kommt wieder die Deutsche Stahl AG mit Salzgitter ins Gespräch. Alle Bereiche werden auf Maximalprofit getrimmt und 6000 Arbeitsplätze sollen vernichtet werden. Das ist Krisenbewältigung a la thyssenkrupp - auf Kosten der Arbeiter, ihrer Familien, der Jugend, der Umwelt und Kommunen!

 

Das 'neue thyssenkrupp' ist keine Vorwärtsstrategie, sondern ein Angriff auf die ganze Konzernbelegschaft und die Zukunft der Jugend, den wir entschieden zurückweisen müssen.

Eine Belegschaft - ein Gegner - ein Kampf!

Der Vorstand ist in der Defensive, scheitern doch regelmäßig ihre 'tollen Pläne' an der Wirklichkeit des kapitalistischen Konkurrenzkampfs. Alle zwei Jahre ein neues Krisenprogramm und wir sollen unsere Interessen dem Profit unterordnen.

 

Doch diese Logik anzugreifen, ist für den Vorstand ein NoGo. So attackierte Herr Goss (Andreas Goss ist "Stahlchef" bei thyssenkrupp - Anm. d. Red.) auf einer Betriebsrätekonferenz kämpferische Kolleginnen und Kollegen, die den Kapitalismus angriffen und für einen gemeinsamen Kampf der Konzernbelegschaften eintraten. 'Mit den Marxisten diskutiere ich nicht mehr, das sind Brunnenvergifter', so wörtlich!

 

Immer mehr Probleme haben die Vorstände und Regierungen damit, uns den Kapitalismus schönzureden. Ihre Reaktion ist Unterdrückung und Abbau von demokratischen Rechten und Freiheiten. Goss will lieber 'kontruktiv' mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten. Nicht umsonst wurden innerhalb kürzester Zeit eine Grundlagenvereinbarung und ein Ergänzungstarifvertrag für Stahl abgeschlossen.

 

Statt uns immer nur zu verteidigen und das Schlimmste abzuwehren, ist es an der Zeit, offensive Forderungen aufzustellen. Durch eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich durch die Einführung einer 30-Stunden-Woche im Stahlbereich können über 3000 Stellen gesichert werden - als Konzernvereinbarung wesentlich mehr. Im gemeinsamen Kampf als Konzernbelegschaft, jung und alt, für die Arbeitsplätze und für Umweltschutz, lernen wir nach vorne zu gehen.

 

Einzelne Reformen sind wichtig, aber sie reichen nicht aus. Es gibt so viele Zukunftsfragen, die wir stellen und lösen müssen, um die Menschheit und die Natur vor der Profitwirtschaft zu retten.

 

Als ersten Schritt brauchen wir in allen Bereichen außerordentliche Betriebs- und Vertrauensleutevollversammlungen, in denen die Belegschaften zu Wort kommen."