Fridays for Future

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40.000 beim internationalen Aktionstag in Aachen

Bei ihrer ersten internationalen Großdemonstration sind am heutigen Freitag 40.000 jugendliche Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung in Aachen zusammengekommen.

Von Landesleitung Nordrhein-Westfalen der MLPD
40.000 beim internationalen Aktionstag in Aachen
Internationale Zusammensetzung der Demonstration (rf-foto)

Auf Transparenten, in Sprechchören und Reden forderten die Teilnehmer der „Fridays for Future“-Demonstration wirksame Sofortmaßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe und weitere einschneidende Schritte.

 

Viele Schilder und Plakate mit phantasievollen Slogans wurden getragen, zum Beispiel „Grandma, what‘s a snowman?“ (Oma, was ist ein Schneemann?). Über einem Feuerwehrauto hing ein Transparent mit dem Spruch „Our house is on fire“ (Unser Haus steht in Brand).

Polizeiliche Sperrung des Bahnhofs in Viersen

Gegen zehn Uhr sperrte die Polizei Aachen den Bahnhof von Viersen unter dem Vorwand, "Straftaten zu verhindern“, wie eine Sprecherin mitteilte. Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hatte Blockaden im Rheinischen Revier angekündigt. Demonstrantinnen und Demonstranten werden daran gehindert, zum Tagebau zu gelangen; Züge fahren durch Viersen durch, ohne zu halten.

 

Die rund 1.000 Demonstranten seien auf dem Weg zu Mahnwachen und Versammlungen gewesen, sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses. „Die Polizei nimmt jungen Menschen das Grundrecht, für ihre Zukunft zu protestieren“, unterstrich sie. Tausende seien auf dem Weg zu angemeldeten Versammlungen. Der Inlandsgeheimdienst "Verfassungsschutz" diffamiert den aktiven Umweltwiderstand als „linksextremistisch beeinflusste Kampagne“.

 

Nein, nicht die Schüler und das Bündnis "Ende Gelände" oder die MLPD sind "extrem", sondern ein System, das die Umwelt für die Maximalprofite einer Handvoll Großkonzerne zu opfern bereit ist. Es ist auch unbedingt notwendig, im Umweltkampf Schritte des aktiven Widerstands zu entwickeln, um eine globale Umweltkatastrophe abzuwenden. So sehen auch viele FFF-Aktivisten in erster Linie die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Aktionen.

"Wir sind hier, wir sind laut ...

... weil ihr uns unsere Zukunft klaut.“ 40.000 demonstrierten quer durch Aachen in fünf Schweifen zum Aachener Tivoli. MLPD und REBELL hatten wie viele andere zur Teilnahme aufgerufen und beteiligten sich mit einem engagierten Demostrationsblock am Schweif, der von der RWTH1 Aachen ausging.

 

Im Vorfeld wollte die Bildzeitung die Bewegung spalten und warnte vor sogenannten "Linksextremisten", zu denen sie insbesondere die MLPD zählte. Diese Spaltung ist voll gescheitert. In der Demonstration führten die MLPD und der REBELL ein argumentationsstarkes und anziehendes offenes Mikrofon durch. An den Parolen beteiligten sich hunderte Jugendliche. Die MLPD und ihr konsequenter revolutionärer Standpunkt hat viele interessiert und der REBELL als Organisator konnte eine zweistellige Zahl neuer Interessenten gewinnen.

 

Großes Interesse vor allem an den Standpunkten der Arbeiter, die am offenen Mikrofon vom Kampf der Arbeiter gegen Umweltzerstörung und gegen Ausbeutung und Unterdrückung berichteten. Ein besonderes Highlight war die "Parolen-Battle" zwischen Leuten aus den verschiedenen Bundesländern, die jeweils ihre Lieblingsparolen am offenen Mikrofon vorbrachten.

Neue Elemente

Aus dem ganzen Bundesgebiet und aus anderen europäischen Ländern kamen die jugendlichen Demonstrantinnen und Demonstranten nach Aachen. Sie kamen mit dem Zug, mit Fahrrädern, Autos und hatten Kinderwagen dabei. Alle einte der Wille, ein klares Zeichen gegen die Umweltzerstörung zu setzen. Allein aus Luxemburg kamen hunderte Jugendliche und Erwachsene. Es waren FFF-Demonstranten aus Franken, Braunschweig, Berlin, Wolfsburg angereist  - und das ist nur ein Bruchteil der Städte. Auch aus den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz waren Leute dabei.

 

Eine neue Entwicklung ist, dass die Appelle an bürgerliche Politiker und Parteien nicht mehr so im Mittelpunkt standen, sondern mehr der Wille, dass jetzt so lange protestiert und gestreikt werden muss, bis tatsächliche Veränderungen herbeigeführt werden.

 

Im gemeinsamen Demonstrationsblock mit MLPD und REBELL gelang auch eine bewusstseinsbildende Arbeit. Begeistert riefen die Jugendlichen die Parolen "Hoch die internationale Solidarität" und "A-, Anti-, Anticapitalista" mit. Der Rebell verbreitete sein neues Flugblatt zu tausenden. Die MLPD verkaufte das aktuelle Rote Fahne Magazin - 33 Exemplare wechselten die Besitzer. Sie bot das Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" an. Einige Exemplare wurden verkauft an Leute, die die Hintergründe verstehen wollen, sowie zahlreiche Exemplare des Parteiprgramms der MLPD.

 

Die Fahnen von MLPD und REBELL wehten weithin sichtbar über dem Demoblock und auf der Abschlusskundgebung, an der sich noch mindestens 15.000 Menschen beteiligten. Das offene Mikrofon von MLPD und REBELL war Bestandteil des gesamten Demozugs. Auch die Organisatoren nutzen es, um Mitteilungen und Informationen an die Teilnehmer weiterzugeben.

Die FFF-Bewegung wird zunehmend mit Spaltungsversuchen fertig

Auffällig war, dass sich die "klassischen" Umwelt- und politischen Organisationen wie die Grünen mit Einzelpersonen und zum Teil mit Fahnen und Transparenten beteiligten, aber keine organisierten Blocks, Reden und Sprechchöre organisiert hatten. In der Diskussion mit den Leuten war die klare Imperialismuskritik von MLPD und REBELL und ihre Überzeugung, dass die Verhinderung einer globalen Umweltkatastrophe einen gesellschaftsverändernden Kampf für den echten Sozialismus erfordert, für viele etwas Neues, was interessiert aufgegriffen wurde.

 

Zum Teil begegneten wir auch Vorbehalten: "Ist das nicht zu radikal?" Oder: "Gibt es nicht doch eine Lösung innerhalb des Kapitalismus?" Die Diskussionen waren sehr sachlich und solidarisch - man spürt: Die Leute suchen nach dem richtigen Weg gegen die Zerstörung der Umwelt durch die imperialistische Profitwirtschaft.

 

Die Teilnahme von MLPD und REBELL war bei dieser großen Demonstration selbstverständlich. Das Schild der Rebellen "Wir sind die, vor denen euch die Bildzeitung immer gewarnt hat" rief Zustimmung und Heiterkeit hervor. Ganz offensichtlich hat die Beteiligung des echten Sozialismus der heutigen Demonstration Kraft gegeben. Das heißt nicht, dass antikommunistische Ausgrenzungs- und Spaltungsversuche bei den örtlichen FFF-Demos bereits der Geschichte angehören. Aber es zeigt sich, dass die Jugendlichen sich selber eine Meinung bilden und die FFF-Bewegung mit antikommunistischen Spaltungsversuchen fertig werden kann.

 

Klar, dass die große kraftvolle Demo am Ende ihren Erfolg feierte. Einzelne bürgerliche Medien berichteten daraufhin, es sei den Jugendlichen hauptsächlich um Party gegangen. Das stimmt nicht. Der Antrieb für die Demonstrantinnen und Demonstranten ist ein brennendes Interesse an einer lebenswerten Zukunft und an der Rettung der Lebensgrundlagen der Menschheit.