Rhein-Main

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Arbeiter bei LSG-Lufthansa in den Suizid getrieben

Juan Ballestero arbeitete 33 Jahre lang beim Lufthansa-Unternehmen LSG Sky Chefs.

Korrespondenz aus Frankfurt am Main

Lufthansa plant den Standort Frankfurt der LSG auszudünnen, zu schließen oder das profitable Catering-Unternehmen für Hunderte Millionen zu verkaufen.

Lufthansa versucht, Arbeiterinnen und Arbeiter loszuwerden

Aus diesem Grund versucht Lufthansa seit einiger Zeit, Arbeiterinnen und Arbeiter loszuwerden. Mit raffinierten Methoden werden sie unter Druck gesetzt. Für Juan bestand bis 2020 Kündigungsschutz, also ging die LSG mit Tricks vor. Sie kürzte ihm seine Schichten von drei auf eine, schob ihn bewusst im Betrieb hin und her in verschiedene Arbeitsbereiche, Lohnzuschläge wurden ihm durch die Schichteinteilung unmöglich gemacht - sie drängte ihn, einen neuen Vertrag zu unterschreiben.

 

Er hatte in Erwartung seines regelmäßigen Einkommens ein Haus gebaut und Schulden aufgenommen. Das alles wurde für ihn zu einer Zwangssituation, bis er schließlich den Arbeitsplatz kündigte.

Er sah keinen Ausweg mehr

Seine Ehefrau erkrankte schwer. Seine ungewisse Lebenssituation machte ihn psychisch krank. Am 8. April sah er keinen Ausweg und erhängte sich zu Hause. Er war sehr beliebt bei seinen Kollegen. Als sie von seinem tragischen Tod erfuhren waren sie sehr betroffen und wütend auf den Konzern. Hunderte gingen während der Arbeitszeit zum Gewerkschaftshaus am Flughafen, weil sie den engen Zusammenhang seines Todes zu ihrer eigenen Arbeitssituation erkannten. Im Betrieb sammelten Kollegen 3300 Euro zur Unterstützung der Familie. Sie brachten ihre Trauer und Wut zum Ausdruck und waren empört über die Unverschämtheit des Konzerns, der Juan sogar die Schuld zuschob. Die LSG verbreitete, Juan hätte die Vertragsänderung und laufenden Arbeitswechsel nur akzeptieren müssen - dann wäre alles in Ordnung gewesen. Schuld an seinem Tod ist das kapitalistische Profitstreben der Lufthansa, das kapitalistische System, das vor Menschenleben nicht halt macht. Dieses System hat keine Existenzberechtigung. Jeder muss überlegen, organisiert für seine Überwindung beizutragen.