Bergbau

Bergbau

Wann endlich beginnt die dringend nötige Reinigung des Grubenwassers durch die RAG?

Die Anwendung von Polychlorierten Biphenylen (PCB) ist in Deutschland seit 1979 verboten. Seit dieser Zeit ist bekannt, dass PCBs zum „dreckigen Dutzend“ der zwölf gefährlichsten Chemiegifte der Welt zählen.

Dr. med. Günther Bittel

Die RAG hat das nicht geschert, über 12000 Tonnen PCB-haltige Transformatoren- und Hydrauliköle hat sie unter Tage „entsorgt“. Seither kommt das PCB mit dem abgepumpten Grubenwasser in Flüsse wie Emscher, Lippe, Ruhr, Rhein und Saar. Ca. 70 Prozent des Trinkwassers in Nordrhein-Westfalen stammt aus Uferfiltrat. Zum Stand der Technik und verpflichtend nach Umweltrecht gehört die Reinigung des abgepumpten Grubenwassers mit Aktiv-Kohle-Filter. Das wäre auch eine gute Verwendung für die noch abbaubare Steinkohle von Prosper oder aus Ibbenbüren.

 

Aber seit 2001 sind auch Bakterien bekannt, die PCB abbauen, sie wurden im Hafenbecken von Baltimore von Forschern der University of Maryland1 entdeckt. Tief im Sediment des hochgradig durch Schadstoffe belasteten Hudson River wiesen einige Jahre später John Quensen und sein Team von der Abteilung für Getreide- und Pflanzenwissenschaften der Universität Michigan Mikroorganismen nach, die PCBs zerstören können.

 

In der Zwischenzeit sind Wissenschaft und Technik so weit fortgeschritten, dass Bakterien als Biofabriken gezüchtet und produziert werden können2. Also RAG, wie lange sollen wir noch warten? Das notwendige und dringende Programm zur Sanierung der Zechen, Reinigung des Grubenwassers, der belasteten Stollen und der Gewässer verlangt noch viel mehr Arbeitsplätze im Umweltschutz als die 200 Kumpel, die von der RAG gekündigt wurden. Wir brauchen diese Fachleute, wer kennt sich denn sonst so gut unter Tage aus wie sie?

 

Ein interessanter Artikel in Spektrum der Wissenschaft mit dem Titel „Bergbau: Nach dem Steinkohleaus kommt das Wasser3“ erschien am 19. Dezember 2018. Er enthüllt mit exakten Angaben auch die Schweinerei mit den 1,6 Millionen Tonnen Giftmüll unter Tage und die Zwecklüge der RAG, der Giftmüll könne nicht mit Trinkwasserleitern in Verbindung kommen. Er kann zur eigenen Information und Überzeugungsarbeit gut genutzt werden