Eskalation am Persischen Golf

Eskalation am Persischen Golf

Russland ruft höchste Gefechtsbereitschaft aus

Wie schnell die wachsenden Kriegsvorbereitungen der USA gegen den Iran weiter eskalieren können, zeigt die unmittelbare Reaktion des neuimperialistischen Russland.

Korrespondenz aus Esslingen / ffz
Russland ruft höchste Gefechtsbereitschaft aus
Russisches Kriegsschiff (Foto: gemeinfrei)

Nur wenige Tage nach den mysteriösen Angriffen auf zwei Tanker im Persischen Golf und nachdem die USA mit einer militärischen Antwort drohten, initiierte der russische Präsident Wladimir Putin persönlich außerplanmäßige Manöver im zentralen Militärbezirk der Russischen Föderation vom 24. bis 28. Juni.

 

Der zentrale Militärbezirk Russlands sowie Teile der Militärbezirke im Süden und Osten der Russischen Föderation - das umfasst auch Mittelasien - wurden in höchste Gefechtsbereitschaft versetzt. Ebenso einzelne Teile der Luftlandetruppen sowie von Fern- und Transportflugeinheiten. Die Manöver finden gleichzeitig in 35 Übungsgeländen statt. Darüber hinaus werden strategische Manöver der Kommandostäbe vorbereitet.

Gefahr des Aufeinandertreffens der imperialistischen Hauptmächte

Die offizielle Begründung für die Manöver, es drohe Gefahr von IS-Terroristen aus Afghanistan, die in Russland eingedrungen seien, ist wenig glaubhaft angesichts der Ausrichtung der Manöver unter anderem auf die Beantwortung von Luftangriffen. Zudem beschuldigte Putin die USA zeitgleich, dass diese einen Krieg gegen den Iran vorbereiten.


Das unterstreicht, dass ein US-Angriff auf den Iran mit der großen Gefahr eines unmittelbaren Aufeinandertreffens der rivalisierenden imperialistischen Hauptmächte einhergeht und damit auch mit der Gefahr eines atomaren Weltkriegs.

Russland verstärkt militärische Präsenz auch in der Karibik

Das gilt nicht nur für den Brandherd am Persischen Golf, sondern zunehmend auch für die Auseinandersetzung um Venezuela. So verstärkt Russland im Zusammenhang mit den massiven Einmischungspolitik des US-Imperialismus und seinen Versuchen, die Maduro-Regierung zu stürzen, auch seine Streitkräfte in der Karibik sowie vor und in Venezuela.

 

So lief das russische Mehrzweck-Kampfschiff "Admiral Gorschkow" - begleitet von drei weiteren Schiffen der russischen Marine - am Montag, dem 24. Juni 2019, den Hafen von Havanna auf Kuba an. In Venezuelas Hauptstadt Caracas landete nach britischen Angaben ein Flugzeug der russischen Luftwaffe mit unbekannter Fracht. Bei seinem letzten Besuch in Venezuela hatte dasselbe Flugzeug angeblich über 100 russische Soldaten und hochrangige Offiziere des Verteidigungsministeriums nach Venezuela gebracht.

 

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