Daimler Untertürkheim

Daimler Untertürkheim

Betriebsversammlung war von Sorge um die Zukunft der Arbeitsplätze geprägt

5.000 Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellte waren zur Betriebsversammlung des Daimler-Stammwerks Untertürkheim in die Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyerhalle gekommen.

Korrespondenz aus Stuttgart
Betriebsversammlung war von Sorge um die Zukunft der Arbeitsplätze geprägt
Das Daimler-Werk in Stuttgart-Untertürkheim (foto: MSeses (CC BY-SA 3.0))

Die Angst der Kolleginnen und Kollegen um ihre Arbeitsplätze ist berechtigt, denn der Vorstand hat inzwischen das Ziel ausgegeben, bis 2039 nur mehr PKWs mit E-Motor bauen zu wollen. Dass dies ohne Massenentlassungen gehen soll, wie der neue Daimler-Chef Ola Källenius erklärte, nehmen ihm die meisten Kollegen nicht ab. Denn dieser betonte mehrmals, dass die Rendite-Ziele trotz erheblich höherer Investitionen wieder erreicht werden sollen. Die Entlassung von 700 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter im ersten Halbjahr und neue Altersteilzeit-“Angebote“, mit denen ältere Kolleginnen und Kollegen frühzeitig aus der Firma ausscheiden sollen, zeigen, wohin die Reise gehen soll: Die Lasten der verschiedenen Krisen sollen wieder mal mit Personalabbau und verschärfter Ausbeutung auf die Beschäftigten abgewälzt werden.


Für den Vorstand soll dabei auch die im Mai beschlossene Holding, mit der Aufspaltung der Belegschaft in drei Sparten, eine wichtige Rolle spielen. Eine Ersatz-Betriebsrätin der „Offensive Metaller“ sprach sich deshalb dafür aus, dass sich die Kolleginnen und Kollegen dagegen positionieren und die Arbeitereinheit stärken.


Die Auseinandersetzung in der Belegschaft dreht sich vor allem darum, ob die kämpferische Umweltbewegung Schuld daran ist, dass „die Automobilindustrie kaputt gemacht wird“, wie es Oliver Hillburger vom faschistoiden „Zentrum Automobil“ unter Beifall des Managements, aber auch vieler Kolleginnen und Kollegen formulierte – oder ob Daimler und das kapitalistische System die Umwelt und unsere Zukunft in Frage stellen, wie ein IG-Metall-Vertrauensmann – ebenfalls unter Beifall - in sagte. Er empfahl den Kolleginnen und Kollegen das Buch „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ von Stefan Engel.

 

Ganz in diesem Sinne stand die Verabschiedung und Würdigung des Betriebsrats und Schwerbehindertenvertreters Volker Kraft für 47 Jahre unbeugsamen Einsatz für Arbeiterinnen- und Arbeiterinteressen, für viele konkrete Anliegen seiner Kolleginnen und Kollegen und für eine befreite Gesellschaft. Er erinnerte in seiner letzten Rede an wichtige Kämpfe der Daimler-Belegschaften, mit denen die Industriearbeiter Einfluss auf die gesellschaftspolitische Entwicklung und den Klassenkampf in Deutschland nahmen.

 

„Volker kam es darauf an, dass die Kolleginnen und Kollegen dabei lernten und sich ihr Klassenbewusstsein höherentwickelte“, wie seine Betriebsrats-Nachrückerin sagte. Weil Volker Kraft dazu die Kolleginnen und Kollegen an die Erfahrungen und Lehren der Arbeiterbewegung und des wissenschaftlichen Sozialismus heranführte und mit der MLPD zusammenarbeitete, war er ständigen Angriffen seitens der Werksleitung und des Vorstandes, aber auch der IG-Metall- und Betriebsratsführung ausgesetzt. So ist es ein Skandal, dass er noch immer aus der IG Metall ausgeschlossen ist!

 

Vielen Dank an Volker Kraft, für seine Standfestigkeit und gelebte marxistisch-leninistische Weltanschauung!