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Ein Transparent wird zum Publikumsstar

Bei der großen IG-Metall-Kundgebung am 29. Juni zog ein Transparent mit der Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich große Aufmerksamkeit auf sich.

Korrespondenz aus Ludwigsburg
Ein Transparent wird zum Publikumsstar
Das viel beachtete Transparent (Foto: RF)

Eine Gruppe von Schülern reagierte erst irritiert: "Wie soll denn das gehen?" Unsere Argumente regten sie zum Nachdenken an: Die Arbeitszeitverkürzung schafft Millionen von Arbeitsplätzen. Gerade für die Jugend ist es eine Zukunftsfrage: Wo findet sie Arbeit, wo doch die Konzerne die Vernichtung von Zigtausenden Arbeitsplätzen planen?

 

Für ihre Maximalprofite beuten sie die menschliche Arbeitskraft und die Natur aus. Die Forderung kann man nicht durch Verhandlungen durchsetzen oder auf die Einsicht der Regierung hoffen – das geht nur im Kampf.

Fotokulisse

Zwei Jugendliche meinten: "Wir haben doch schon Vollbeschäftigung." Neu für die beiden war, dass die offizielle Arbeitslosenstatistik mehr verbirgt als aufdeckt: Menschen über 58 Jahre, die ein Jahr lang keine Arbeit gefunden haben, Hartz-IV-Empfänger, Ein-Euro-Jobber, krank gemeldete Beschäftigte, Menschen in Weiterbildungsmaßnahmen ... - sie alle erscheinen nicht in der Arbeitslosenstatistik; sie würde dann um ein Vielfaches höher ausfallen.

 

Ein Lehrling bei Daimler fand das Transparent voll gut. Auch beim Veranstalter erregte es Aufmerksamkeit: Mehrere Male wurden Ordner geschickt, um uns mitzuteilen, dass das MLPD-Plakat bei der IG-Metall-Kundgebung nicht erwünscht sei und dass wir es doch einrollen sollten. Das sahen die vielen Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer anders, die mit ihrem Daumen nach oben Zustimmung ausdrückten. Oder diejenigen, die sich unter dem Transparent fotografieren ließen.