Wolfsburg

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Als Leiharbeiter bei VW

"Ich bin vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen, um mit meiner Familie ein neues Leben aufzubauen." So beginnt der Bericht eines Leiharbeiters bei VW in Wolfsburg, den die Zeitung von Kollegen für Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche und MAN-Werken "Vorwärtsgang" abgedruckt hat:

Kollegenzeitung "Vorwärtsgang"

Weiter schreibt der Kollege: "Ich habe für zweieinhalb Jahre bei der Autovision gearbeitet und war auch nach Hannover versetzt, an der ML4. Als Leiharbeiter hat man nicht die gleichen Rechte wie die Stammwerker. Man kann zum Beispiel nicht seine Meinung sagen.

 

Ich war in zwei Jahren nur einmal krank. Da habe ich mit verstauchtem Fuß versucht zu arbeiten, bis mich der Teamsprecher nach Hause geschickt hat. Bei der Urlaubsvergabe gab es in Hannover eine Reihenfolge: erst Stamm, dann Leiharbeiter Hannover, dann wir verliehenen Kollegen aus Wolfsburg.

 

Im Dezember 2017 haben wir für unsere Festeinstellung gekämpft. Viele wurden eingestellt, aber es sind nicht alle. Mindestens 65 Kollegen sind weiter draußen. Es ist eine Lüge, dass die Festeinstellungen nach sozialen Kriterien verliefen. Es lief chaotisch. Es hat alles mit Beziehungen zu tun.

 

Ich weiß in einem Fall genau, dass 3000 Euro für einen Festvertrag geflossen sind. Ich arbeite nun für Randstad. Wir beliefern die Linie, an der ich vorher gearbeitet habe. Gibt es überhaupt Gerechtigkeit?"