Hamburg Altona

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Gedenken an den Altonaer Blutsonntag

Die Hamburger Geschichts- und Kulturwerkstatt lädt Anwohner und Interessierte zum Gedenken an die Ereignisse des Altonaer Blutsonntags am 17. Juli 1932 ein . Die Gedenkveranstaltung findet am Mittwoch, den 17. Juli 2019, 17 Uhr, statt. Veranstaltungsort ist am Gedenkstein im Hof des Altonaer Gerichtsgebäudes (Zugang Ecke Max-Brauer-Allee / Gerichtsstraße).

Gedenken an den Altonaer Blutsonntag

Die Freunde von der Kultur- und Geschichtswerkstatt schreiben: "Anlässlich des 87. Jahrestages der damaligen Nazi-Provokation und dem 'Vergessen' durch den Hamburger Senat laden wir ein zur Gedenkveranstaltung am Gedenkstein - dem Ort der Hinrichtung der vier Altonaer Kommunisten. Ein halbes Jahr vor der Errichtung des Faschismus wurde damals vorexerziert, was Faschismus bedeutet: Terror als Herrschaftsmethode gegen jede demokratische Opposition, vor allem gegen die Arbeiterschaft. Die Gedenkveranstaltung ist auch der Auftakt für eine Unterschriftensammlung zur Anbringung einer Gedenktafel und von Hinweisschildern. Die Anbringung wurde bisher vom Bezirksamt Altona wegen angeblich fehlendem öffentlichen Interesse abgelehnt."

Wehret den Anfängen!

Das soll auf der Gedenktafel stehen: "Wehret den Anfängen – Gedenken des 'Altonaer Blutsonntag', dem 17. Juli 1932.

 

Genehmigt durch den Altonaer Polizeipräsidenten Otto Eggerstedt und unter dem Schutz der Polizei drangen an diesem Tag 5000 bis 6000 Faschisten in das Hamburger Arbeiterviertel Altona ein. Die Bevölkerung protestierte heftig. 16 Antifaschisten und Anwohner wurden meist durch Polizeikugeln ermordet, 70 schwer verletzt. Daraufhin wurden unter der 1933 errichteten faschistischen Diktatur vier junge Altonaer Kommunisten durch ein Sondergericht beim Landgericht Altona unter Landgerichtsdirektor Dr. Block abgeurteilt. Am 1. August 1933 wurden Karl Wolff, August Lütgens, Walter Möller und Bruno Tesch im Hof des Altonaer Gerichtsgefängnisses auf staatliche Anordnung ermordet. Wie die Prozessakten belegen, wurden die sogenannten Beweismittel gefälscht und Zeugen massiv eingeschüchtert. Die Schand-Urteile wurden nach 1945 in der Bundesrepublik erst 1992 aufgehoben, vor allem durch den hartnäckigen öffentlichen Druck von Angehörigen und Antifaschisten."

 

Kontakt Hamburger Geschichts- und Kulturwerkstatt: Griesbaum-HH@web.de