Bosch Feuerbach

Bosch Feuerbach

"Wir sollen nur abnicken!?"

Über Arbeitsplatzvernichtung bei Bosch in Feuerbach schreibt die Kollegenzeitung von und für Kollegen im Bosch-Konzern, Leiharbeiter und Zuliefererfirmen "Hochdruck & Zündstoff":

Aus Kollegenzeitung "Hochdruck & Zündstoff"
"Wir sollen nur abnicken!?"
(foto: Christoph Hoffmann (CC BY-SA 2.0 de))

Das "Zukunftsprogramm FeP" vom 5. Februar 2007 versprach Arbeitsplätze an fünf Montagelinien der Commonrail-Dieseleinspritzpumpe CP4 in Feuerbach bis 2025. Damals wurde das verhasste 18-Schichten-System mit drei Schichten am Wochenende eingehandelt.

 

Seit Anfang 2018 wollte Bosch die fünfte Linie nach Bari verlagern. Dagegen protestierte die Feuerbacher Belegschaft auf einer Sonderbetriebsversammlung, bei den 24-Stunden-Streiks in der Tarifrunde und forderte die Festeinstellung aller Befristeten. Am Aktionstag 13. März protestierten wir erneut auf einer Sonderbetriebsversammlung, Demonstration und Kundgebung: Dieselkrise, nicht auf unsere Kosten!

 

Es wurde mit dem Betriebsrat eine Vereinbarung ausgehandelt, dass die fünfte Linie verlagert wird. Ein teilweiser Ersatz von 100 vereinzelten Arbeitsplätzen wurde versprochen und nur 60 von 400 Befristeten werden fest eingestellt. Unter dem Strich werden Arbeitsplätze vernichtet, die Spaltung mit Befristeten fortgesetzt.

 

Über die Ergebnisse stimmte die Belegschaft ab: etwa 90 Prozent stimmte zu. Immerhin 10 Prozent folgten nicht mehr der Logik des kleineren Übels. allerdings beteiligte sich nur die Hälfte der Belegschaft, denn eine Feierstimmung kam nicht auf. Kämpferische Kolleginnen und Kollegen forderten auf, abzulehnen, weil der Spaltung der internationalen Belegschaft nachgegeben wird, statt gemeinsamer Kampf um jeden Arbeitsplatz. Die Vereinbarung sieht Bosch als Freibrief an - für weitere Neuorganisation der internationalen Produktion.

 

Festeinstellung aller Befristeten und Leiharbeiter erfordert den Kampf in Feuerbach, Homburg, Bamberg, Bari, Jihlava international koordiniert weiterzuführen.

 

Macht mit , dass der technische Fortschritt nicht immer die Profite erhöht, sondern gesellschaftlich genutzt wird - mit der Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und Arbeitsplätzen im Umweltschutz.