Thüringen

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"Jetzt reicht es wirklich"

Die Landesleitung Thüringen der MLPD hat die folgende Erklärung an alle Unterzeichner des Aufrufs „Jetzt reicht’s: Keine Zusammenarbeit mit der MLPD!“ vom 20. Juni verschickt (Auszüge):

Von Landesleitung Thüringen der MLPD

Jetzt reicht es wirklich! Was wir brauchen ist die breite überparteiliche antifaschistische Aktionseinheit – statt antikommunistischer Diffamierung und Spaltung

Seit einiger Zeit kursiert im Internet und in Thüringen ein Aufruf „Jetzt reicht's: Keine Zusammenarbeit mit der MLPD!“ Der MLPD selbst wurde das Papier nicht zugestellt, geschweige denn die Auseinandersetzung gesucht. Und das mit „guten“ Gründen: Der Aufruf strotzt vor demagogischen Unterstellungen und „alternativen Fakten“, um das üble Verhalten „antideutscher“ Schläger gegen Freunde und Genossinnen und Genossen der MLPD und die Spaltung der antifaschistischen Aktionseinheit am 1. Mai in Erfurt gegen die berechtigten Kritiken zu rechtfertigen. Statt wenigstens jetzt Selbstkritik zu leisten und sich zumindest von den Schlägern zu distanzieren, wird die MLPD von verschiedenen Organisatoren der „Alles muss man Selber machen“- Demo mit plumpen Falschbehauptungen und Lügen überzogen.

 

Dabei wird bei Leserinnen und Lesern auf die Unkenntnis der tatsächlichen Abläufe und irreale Vorbehalte spekuliert (siehe zum tatsächlichen Ablauf den Offenen Brief von Lea Weinmann vom 3. Mai im Namen aller von den Angriffen Betroffenen am 1. Mai in Erfurt (siehe Rote Fahne News!)

 

Ausgerechnet in einer Zeit, wo Menschen zu Tausenden gegen die fortschreitende Rechtsentwicklung der Regierung und bürgerlichen Parteien und reaktionäre Flüchtlingspolitik der Bundesregierung protestieren, die antifaschistische Bewegung erstmals Faschisten-Konzerte in Mattstedt, Magdala, Apolda verhindert hat und die Neofaschisten vor wenigen Wochen in Themar eine deftige Ohrfeige kassiert haben, wird von einigen unbeirrbar weiter Spaltung betrieben. Gehen wir das Papier Punkt für Punkt durch:

 

Erstens: In der Erklärung wird behauptet, „die MLPD hätte mit der Polizei gedroht“, um ihre Parteifahnen durchzusetzen. Das ist frei erfunden! Eingesetzt wurde die Polizei – wie es in dem Brief selbst heißt – lediglich zum Ausschluss und zur Ausgrenzung der MLPD mittels einer Polizeikette – gegen die MLPD. Es ist perfide, wenn die anonymen Autoren des Papiers ihre eigenen Lügen dann auch noch für ihre Forderung, dass die MLPD auf „linksradikalen Demonstrationen nichts verloren hat“ ausgeben.

 

Mit keinem Wort geht das Papier selbstkritisch auf die Tatsache ein, dass drei Mal unsere Genossinnen und Genossen von bis zu zehn teilweise vermummten Schlägern mit aggressiven Rempeleien, regelrecht hasserfüllten Beschimpfungen und Schlägen angegriffen wurden. Von diesen wurde der linke Grundkonsens, nicht Gewalt gegen Linke anzuwenden, offen über Bord geworfen.

 

Wo bleibt denn Eure Reflexionsfähigkeit? Man sollte doch erwarten, dass nach so einem antikommunistischen Eklat die Schläger und ihre Methoden kritisch hinterfragt werden, statt die Opfer solcher aggressiver Gewalttätigkeiten zu verunglimpfen. Stattdessen schreiben die Autoren des Papiers: „Die MLPD behauptet, ein Pulk von 'circa zehn vermummten sogenannten Antideutschen auf einer antifaschistischen Demonstration' seien verantwortlich dafür, dass die MLPD nicht mit Fahnen an der Demo hätte teilnehmen können. Das trifft nicht zu. Die Entscheidung 'keine Parteifahnen auf einer linksradikalen Demo' wurde vom Vorbereitungsbündnis getroffen und gegenüber allen Vereinnahmungsversuchen durchgesetzt.“

 

Das lässt tief blicken! Denn was trifft „nicht zu“? Es wird gar nicht bestritten, dass die vermummten Schläger auf friedliche Demonstranten losgingen. Es wird nur bestritten, dass diese die letztlich Verantwortlichen für die schäbige Behandlung der MLPD waren, weil sie ja nur die Entscheidungen des Vorbereitungskreises durchgesetzt hätten. Statt Hetzpapiere gegen die MLPD zu verbreiten, ist es an der Zeit, dass in dem Vorbereitungskreis selbst eine kritisch-selbstkritische Diskussion einsetzt.

 

Dass unsere Genossen danach Anzeige gegen die Schläger erstattet haben, ist ja wohl selbstverständlich. Das auch noch negativ auszulegen, das ist etwas, was man sonst - mit Verlaub gesagt - Täterschutz statt Opferschutz nennt ...

 

Hier gibt es die komplette Erklärung als pdf-Datei!