Abakan

Abakan

Reiseeindrücke und Solidarität aus dem fernen Sibirien

Eine People-to-People-Reisegruppe befindet sich zur Zeit in Abakan / Sibirien. Das ist die Hauptstadt der Region Chakassien. Sie sendet solidarische Grüße an die von faschistischen Mordrohungen bedrohten Genosinnen und Genossen und schreibt auch über die Reiseeindrücke:

Korrespondenz aus Sibirien

Im fernen Sibirien haben wir von erneuten faschistischen Morddrohungen gegen führende Genossen der MLPD erfahren. Mitglieder der Reisegruppe von People to People sind empört über diese dreist angedrohte Brutalität. Solche Leute gehören hinter Schloss und Riegel und ihre Organisationen verboten. Wir möchten allen Betroffenen unsere Solidarität aussprechen und grüßen ganz herzlich aus Abakan / Sibirien.

 

Wir sind erstaunt über die lange, spannende und reichhaltige Geschichte der Region. 2.500 Jahre vor unserer Zeitrechnung entwickelten sich hier mit der Völkerwanderung erste hochstehende Zivilisationen. Unglaublich war für uns, dass es während der Besiedlung durch die Hunnen bereits Fußbodenheizung gab. An die riesigen Entfernungen mussten wir uns erst gewöhnen. 100 Kilometer sind hier so quasi um die Ecke.

Widerstand gegen Kohlekraftwerke

 

Es ist Hochsommer und 25 bis 27 Grad warm, aber man sieht keine Sonne. Die Ursache ist Smog durch Braunkohleverbrennug und Waldbrände. Über weite Strecken ist es diesig und man sieht keinen blauen Himmel. In der Region Abakan entwickelt sich der Widerstand gegen die fünf Kohleheizkraftwerke und den Braunkohletagebau, besonders gegen die drastische Erweiterung zum sechsten Tagebau.

 

In einem Leserbrief schrieb ein Bewohner eines chakassischen Dorfes: "Die Beamten und Vorgesetzten und vor allem die gierigen Kohle-Oligarchen leben für sich und gedeihen. Aber wir, die örtliche Bevölkerung, werden immer mehr krank und hassen sie." (Aus der städtischen Wochenzeitung "Abakan" vom 25. Juli 2019)

 

Die Kernfrage ist auch hier den Kampf um Arbeitsplätze und Umweltschutz als Einheit zu führen. Unsere nächste Station wird Shushenskoje sein. Dort lebten Lenin und Nadeshda Krupskaya von 1897 bis 1900 in sibirischer Verbannung. Danach besichtigen wir das größte Wasserkraftwerk der Welt  am Jenissei-Fluß.