Thüringen

Thüringen

Protestkundgebungen gegen das Verbot des Ernst-Thälmann-Gedenkens

„Rote Fahne News" erhielt erneute viele Korrespondenzen zu Einsätzen und Protestdemos gegen das Verbot der Gedenkveranstaltung für Ernst Thälmann:

Von RF-Redaktion
Protestkundgebungen gegen das Verbot des Ernst-Thälmann-Gedenkens
Kundgebung in Arnstadt (Foto: RF)

Aktueller Artikel auf Rote Fahne News: "Das Maß ist voll! MLPD fordert Rücktritt des Stiftungsrats und öffentliche Entschuldigung"

 

Artikel in Neues Deutschland "Thälmann vor Gedenken geschützt" (auf "Weiterlesen" klicken)

 

Artikel in Junge Welt "Kritik an Verbot von MLPD-Veranstaltung"

 

Artikel in Thüringer Anzeiger "Protest zu zweit"

 

Artikel der Thüringischen Landeszeitung "Juristischer Streit um Thälmann-Gedenken"

 

Artikel in Junge Welt "Thälmann ist niemals gefallen"

Bad Langensalza: „Wir sind da“

Bei der Unterschriftensammlung, die am 14. August gegen das Verbot der Gedenkveranstaltung für Ernst Thälmann in der Gedenkstätte KZ Buchenwald durch die Weimarer Stadtverwaltung durchgeführt wurde, sagte ein Teilnehmer am Stand: „Auch wenn in Bad Langensalza nicht viel los ist, wir sind da und etliche sind genauso empört wie wir."

Sollstedt: „Das hängt bei uns schon am schwarzen Brett“

 

Gestern Mittag, am 15. August, sprachen wir vor der Zeche in Sollstedt die Kumpel auf das skandalöse Verbot des Thälmann-Gedenkens an. Bis auf einzelne Ausnahmen treffen wir auf große Aufgeschlossenheit und Empörung. Etliche unterschrieben und wollen weiter informiert werden. Mitfahren am Samstag nach Buchenwald wollte bzw. konnte allerdings keiner.

 

Als die ersten raus kamen, sagte einer: „Das hängt bei uns schon am schwarzen Brett.“ Also hatte einer von der Spätschicht die Presseerklärung der MLPD gleich dort aufgehängt! Die Kumpel waren selbstbewusst und wir waren uns einig, dass sich die Arbeiter gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und das Aufkommen der Neofaschisten und der AfD zusammenschließen müssen. Nur einer outete sich als AfD-Wähler, war aber empört über das Verbot und unterschrieb sofort: „Für Thälmann immer!“

 

Die Kumpel waren sehr freundlich und es gab sofort ein Gefühl der Verbundenheit mit ihnen – vor allem, als wir sagten, dass wir 38 Jahre im Ruhrgebiet gelebt haben.

 

Einer hatte auch selbst 15 Jahre dort im Schachtbau gearbeitet. Wir stellten die MLPD vor: als Arbeiterpartei, die schon immer den Kampf der Kumpel unterstützt hat und für die Arbeitereinheit in Ost und West eintritt. Das fanden sie gut und sie stimmten zu, dass die Kluft zwischen oben und unten besteht und nicht zwischen Ost und West. Vom Werksschutz ließ sich niemand blicken, es gab keine Beeinträchtigungen.

Sonneberg: 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Aus Sonneberg schreibt eine Korrespondentin: Anfänglich standen drei Leute da, das steigerte sich und zum Schluss waren wir 17 bis 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Kundgebung, und etwa 50 Sonneberger verfolgten aufmerksam die Redebeiträge.

 

Den Vertreter der Presse Freies Wort hatten wir eingeladen und er war auch von Anfang an da. Die Diskussion mit einem älteren Ehepaar war recht interessant. Sie äußerten: „Die MLPD hat doch einen schlechten Ruf“. Wir fragten warum? Zitat: „Na ihr werdet doch vom Verfassungsschutz beobachtet.“ Wir argumentierten: "Von einem Verfassungsschutz, der an Morden beteiligt war, der den NSU finanziert hat, das kann man doch gar nicht ernst nehmen. Und in der DDR wurden Millionen von der Stasi beobachtet, hatten die Leute deswegen auch einen schlechten Ruf?" Dem musste das Ehepaar zustimmen.

 

Wir übergaben dem Pressevertreter den Brief des Internationalistischen Bündnisses und der örtlichen Montagsdemo an die VVN/BdA. Darin standen alle Fakten. Wir sind gespannt auf die Freitagsausgabe des Freien Worts.

 

Unsere selbstgemachten Sandwiches mit der Aufschrift: „Das skandalöse Verbot der Gedenkveranstaltung für Ernst Thälmann muss fallen“ erregte die Aufmerksamkeit zahlreicher Passanten.

 

In mehreren Redebeiträgen enthüllten wir die skandalösen Vorgänge, prangerten die Verleumdung der MLPD an,m und widerlegten die Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus sowie die antisemitischen Vorwürfe. Am offenen Mikrophon wurde eine Protesterklärung eines Mitgliedes des Kreisverbandes der IG-BAU Neustadt-Coburg verlesen, ein Vertreter der MLPD sprach und natürlich der Antifaschist Klaus Dimler. Viele Passanten trugen sich in die Listen ein, um so ihren Protest zum Ausdruck zu bringen. Zig Flugblätter wechselten den Besitzer.

 

Vier Mädchen waren erbost über einige Jugendliche und Kinder, die versuchten zu stänkern. Zitat: „ ..die haben doch gar keinen Respekt vor älteren Leuten und schon gar nicht vor so einem ernsten Thema“

 

Im Laufe der Kundgebung kamen zehn afghanische Jugendliche hinzu. Mit ihnen wurde das Thema diskutiert und es wurde der Bogen zum faschistischen IS und zu den Taliban gespannt. Worauf ein Kollege über die Straße brüllte, wir sollten uns doch auch sozialen Themen widmen. Was wir natürlich aufgriffen und so kam noch mehr Leben in die Fußgängerzone. Im Gespräch beglückwünschte er die ostdeutschen Frauen für ihr politisches Engagement, die durchgängige Berufstätigkeit, und das sie dadurch ein viel höheres Selbstbewusstsein haben. Derweil ging es natürlich mit unsrer Kundgebung weiter. Untermalt wurden die Reden mit Musik, wie dem Thälmann-Lied. Zum Abschluss trug Klaus Dimler den Buchenwaldschwur vor.

Meiningen: Zirka 80 Menschen angesprochen

Aus Meiningen wird berichtet: Gestern Nachmittag haben wir aus Mannheim einen eineinhalbstündigen Einsatz in Meiningen gemacht, um gegen die skandalöse Entscheidung der Stadt Weimar, die Gedenkveranstaltung zu Ernst Thälmann zu verbieten, zu protestieren.

 

Die allermeisten Menschen konnten es nicht glauben, dass diese Gedenkveranstaltung verboten werden soll und drückten uns ihre Solidarität aus. Wir sprachen mit der Presseerklärung und den Einladungen zur Gedenkveranstaltung und zur Auftaktkundgebung in Erfurt ca. 80 Menschen an. Es gab kaum Widerspruch, die meisten wünschten uns Erfolg im Kampf gegen das Verbot.

 

Nach dem Einsatz in der Innenstadt fuhren wir noch ins Wohngebiet und steckten die restlichen Einladungen für die Gedenkveranstaltung und für die Protesterklärung in die Briefkästen.

 

Einige Leute unterschrieben für das Internationalistische Bündnis. Bis Samstag!“

Großes Interesse in Coburg

Gestern fand in Coburg eine Protestkundgebung gegen das Verbot der Gedenkkundgebung des Internationalistischen Bündnisses und anderer anlässlich des 75. Jahrestages der Ermordung von Ernst Thälmann durch die Hitler-Faschisten statt. Wir führten die Kundgebung am Marktplatz durch.

 

Die Kundgebung stieß auf großes Interesse. Wir sammelten 18 Protestunterschriften gegen das Verbot. Vor allem empörte die Menschen, dass hier eine antifaschistische Kundgebung verboten werden sollte. Die Menschen, die unterschrieben haben, lehnten auch die antikommunistische Spaltung des antifaschistischen Kampfes ab. Einzelne wollten weiter in Kontakt mit dem Internationalistischen Bündnis bleiben oder äußersten auch Interesse an der Mitgliedschaft in der MLPD.

 

Außerdem kamen Beiträge am offenen Mikrofon, die vor allem den Bezug herstellten, den Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung, gegen Neofaschimus und die Rolle des Thüringer Verfassungsschutzes, sowie die Rolle der Polizei gegenüber der Mörderbande NSU zu führen Aber, es müssen auch Lehren für den Kampf gegen die Rechtsentwicklung der Regierung in Land und Bund, sowie für den Aufbau der antifaschistischen Einheitsfront heute gezogen werden.

 

Viele Jugendliche erfuhren zum ersten Mal, wer Ernst Thälmann war oder dass in den KZs nicht nur Leiden herrschte sondern auch Widerstand, und dass die Häftlinge in Buchenwald sich sogar selbst befreit hatten.

Weimar: „Das ist ja unglaublich“

„Das ist ja unglaublich.“ So reagierten Passantinnen und Passanten unserer kleinen Protestaktion in der Weimarer Innenstadt, mit der wir zirka 150 Menschen erreichten. Wir informierten über das Verbot der Gedenkfeier auf dem Gelände des ehemaligen KZ Buchenwald anläßlich des 75. Jahrestags der Ermordung des KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann.

 

Zur Teilnahme an der Gedenkfeier, die auf jeden Fall stattfinden wird, luden wir offensiv ein. Eine Vertreterin der Stadtverwaltung Weimar, die uns mit zwei Streifenbeamten vor Ort empfing, wollte uns noch weismachen, die Stadt habe die Gedenkfeier ja gar nicht verboten, sondern eben nur mit Auflagen genehmigt. Dem widersprachen wir ruhig aber bestimmt. Wir nahmen dies zum Anlass in unseren Kurzreden darauf einzugehen, warum es so wichtig ist, dass die Gedenkfeier an dem geschichtsträchtigen Ort in Buchenwald selbst stattfindet. Weil dort die Häftlinge, nachdem sie sich unter Leitung eines international zusammengesetzten Lagerkomitees selbst befreit hatten, ihren weltberühmten Eid schworen: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

 

Manchem war der Name Ernst Thälmanns als Führer der KPD und glühender Kämpfer für den Sozialismus noch ein Begriff. Einzelne reagierten darauf auch mit antikommunistischen Sprüchen. Ernst Thälmann stand auch für die notwendige Einheitsfront gegen den Faschismus und gegen die Spaltung der antifaschistischen Kräfte - eine wichtige Lehre für heute. An die Kurzreden schlossen sich oft längere Gespräche an: über die Ursachen der Restauration des Kapitalismus in der DDR, über die Schlussfolgerungen der MLPD für einen neuen Aufschwung im Kampf für den echten Sozialismus. Aber auch über den berechtigten Befreiungskampf des palästinensischen Volkes. Und über die unsinnige Behauptung Kritik an der menschenverachtende Politik der Regierung Israels sei antisemitisch.

 

Naturgemäß sind in Weimar immer viele Touristen unterwegs, die somit mit unser kleinen Protestaktion über dieses skandalöse Verbot in Weimar erfuhren und dies weitertragen können. So auch ein Paar aus Berlin, das uns viel Erfolg wünschte und dafür fünf Euro in die Spendendose warf. Oder ein Kollege aus Venezuela, der für das Internationalistische Bündnis unterschrieb.

Rund 100 Menschen in Gera erreicht

Von 18 Uhr bis 19 Uhr führten wir mit einer kleinen Delegation von MLPD und Jugendverband REBELL aus Leipzig und Berlin die Protestkundgebung in Gera gegen das unglaubliche Verbot gegen das Internationalistische Bündnis durch und erreichten rund 100 Menschen.

 

Von großem Interesse war für Jugendliche, wer Ernst Thälmann war, und warum er gerade für die Jugend als revolutionärer Arbeiterführer ein Vorbild ist. Gemischt mit Kurzreden unserer Direktkandidatin Gudrun Kimmerle zur Landtagwahl, über das Verbot und dessen Hintergründe gab es viele persönliche Gespräche und es gab Interesse - besonders von Jugendlichen. Sie fühlten sich herausgefordert, selbst mitanzupacken und Mitglied im REBELL zu werden.

Eisfelder sind begeistert...

 ...weil wir uns nichts gefallen lassen. Mit unseren Pappschildern und der Fahne vom Internationalistischen Bündnis standen wir gut sichtbar vor einem Supermarkt in Eisfeld. Den Protest zu organisieren, gegen das Verbot des Thälmann-Gedenkens, hatten wir uns vorgenommen und stießen auf offene Ohren. Ältere Bürger unterschrieben oft sofort. Viele Jugendliche wussten nicht, wer Ernst Thälmann war. Nach unserer Erklärung unterschrieben sie meistens, weil die da oben nicht machen dürfen, was sie wollen. Die Jugend in Thüringen ist klar antifaschistisch eingestellt.

Solidarität auch in Berlin

Aus Berlin erreichte Rote Fahne News folgende Korrespondenz: Nachdem wir vom Verbot der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses zum 75. Jahrestag der Ermordung von Ernst Thälmann in der Gedenkstätte KZ Buchenwald durch die Stadtverwaltung Weimar gehört haben, haben wir kurz entschlossen gestern, den 15. August, den Protest an einem Stadtteilstand der Wohngebietsaufbaugruppe in Berlin Alt-Treptow organisiert.

 

Wir verteilten breit den Einladungsflyer. Die Presseerklärung der MLPD ging an jeden Interessierten. In gut einer Stunde sammelten wir 13 Unterschriften unter einer Protesterklärung. Fünf Leute möchten auch weiterhin Kontakt zu uns halten. Bei jedem, mit dem wir länger sprachen, traf sowohl das Verbot auf Ablehnung, als auch der Vorwurf des Antisemitismus, wenn man den Befreiungskampf der Palästinenser unterstützt. „Man muss allen Opfern der Faschisten gedenken, auch den Kommunisten“, war eine weit verbreitete Meinung. Thälmann war vielen bekannt, auch einem Engländer der zu Besuch war. „Das was ihr macht, ist gut“, sagte einer. Ein paar haben gesagt: 'Ich bin Kommunist!“'."

 

14.8.2019,  21.30 Uhr

 

Vielen Dank an alle schnellen Korrespondentinnen und Korrespondenten zu den Protestkundgebungen heute Abend! Wir beenden die Berichterstattung für heute und setzen sie morgen fort. Die Redaktion

Erfolgreicher Einsatz in Vacha zum Protest gegen das geplante Verbot des Gedenkens an Ernst Thälmann

Heute Nachmittag haben wir zu dritt aus Kassel einen erfolgreichen einstündigen Einsatz in Vacha im thüringischen Kali-Gebiet gemacht und die Menschen auf das skandalöse Verbot der Stadt Weimar angesprochen. Es gab sicher eine Polarisierung – so erklärten sich einige wenige offen für NPD und AfD.

 

Von den 70 Angesprochenen in der einen Stunde waren jedoch die meisten offen und interessiert - oder mit uns einig und unterstützten uns. Sie wären dagegen, dass man auch heute die Kommunisten unterdrückt und verbietet, während die Nazis freie Hand hätten. Ernst Thälmann genießt hohes Ansehen, allerdings kennen ihn nicht mehr alle. Es gab Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit der MLPD. Untermalt wurde das ganze durch Geigenspiel. Anschließend steckten wir die Erklärung der MLPD noch an Autos vor zwei Kali-Schächten der Region.

Jena: "Sie haben mir aus den Herzen gesprochen"

Heute haben wir von 18 Uhr bis 19 Uhr unsere Protestkundgebung in Jena gegen das Verbot der Gedenkveranstaltung für Ernst Thälmann auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald durchgeführt. Viele haben kurz zugehört und haben den Einladungsflyer mitgenommen. Darunter auch einige aus Weimar, die besonders wissen wollten, was in ihrer Stadt los ist. Eine Frau kam auf uns zu: "Ich habe Ihnen jetzt länger zugehört. Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen. Ich war früher oft in Buchenwald. Ich mache mir Sorgen, weil Nazis wieder offen auftreten." Sie überlegt, ob sie am Wochendende mitfährt.

Mit Gabi Fechtner in Arnstadt

Knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren um 18 Uhr auf den Marktplatz von Arnstadt zusammengekommen. Sie protestierten mit offenem Mikrofon gegen die Schikanen der Stadtspitze Weimar. Diese versucht die Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses für Ernst Thälmann zu verhindern - zumindest zu behindern.

 

Der Weimarer Bürgermeister Ralf Kirsten war ein hoher Polizeibeamter. Die Thüringer Polizeispitze ist bekannt für eine stramm antikommunistische Ausrichtung. Zufall? Bis heute ist die Verstrickung von Teilen des Thüringer Staatsapparats in die faschistische NSU-Mordserie nicht aufgeklärt. Arnstädter Bürgerinnen und Bürger berichteten, wie hier das Gedenken an die Gräueltaten der Hitler-Faschisten von offizieller Seite verdrängt werden soll. Ein alter Arnstädter hat 1932 Ernst Thälmann noch persönlich in Arnstadt sprechen hören. Selbstverständlich ist er am kommenden Samstag beim Gedenken in Buchenwald dabei.

 

Besonders freuten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass Gabi Fechtner, die Parteivorsitzende der MLPD, bei der Kundgebung war. Sie trat für das Vermächtnis von Buchenwald und von Ernst Thälmann ein, sich in der Gegenwart und Zukunft den Faschisten in den Weg zu stellen,. Gabi Fechtner entlarvte die undemokratischen und antikommunistischen Motive der Stadtspitze und Stiftungsspitze in Buchenwald und verwahrte sich entschieden gegen deren Gleichsetzung von Faschisten und Kommunisten. Es waren die Rote Armee und die Kommunisten, die den größten und opferreichsten Beitrag bei der Befreiung Europas vom Hitler-Faschismus geleistet haben.

 

Viele Parteiprogramme wurden gegen Spende abgegeben. Sehr zum Ärger einer Handvoll Faschisten, die zeitweise die Kundgebung beobachteten. Herzlich verabschiedeten sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die meisten werden sich am Samstag in Buchenwald wiedersehen.

Jugendlicher Elan in Eisenach

Aus Eisenach und Hildburghausen wird von einer großen Teilnehmerzahl berichtet. In Hildburghausen wurden zirka 30 Menschen erreicht, die interessiert der Kundgebung zuhörten. Die Kundgebung in Eisenach zeichnete sich durch viele jugendliche antifaschistische Kämpferinnen und Kämpfer – unter anderem vom Jugendverband REBELL - aus, die aktiv teilnahmen.

Im Zentrum von Nordhausen

Aus Nordhausen wird berichtet: „Von 17 bis 18 Uhr führten wir im Zentrum von Nordhausen mit dem Direktkandidaten Kurt Kleffel eine Protestkundgebung gegen das skandalöse Verbot der Gedenkveranstaltung für Ernst Thälmann am 17. August in Buchenwald durch. Bei vielen gab es große Aufgeschlossenheit und Zustimmung, dass das nicht zu akzeptieren ist.

 

Für viele, gerade ältere Kolleginnen und Kollegen ist Ernst Thälmann ein Begriff und der Gedanke an den Sozialismus ist bei ihnen noch lebendig. Wir sammelten 15 Unterschriften und eine Frau will am Samstag mit nach Buchenwald fahren. Eine andere junge Frau kennt die MLPD - wir haben an dieser Stelle auch viele Unterschriften für die Wahlzulassung gesammelt - und will von sich aus am Samstag nach Buchenwald fahren.

 

Erstaunt waren wir über zwei Anhänger der AfD, die unterschrieben und sagten, an dieser Frage seien wir uns einig: Das Ansehen von Ernst Thälmann müsse hochgehalten werden und das Gedenken an ihn erlaubt sein! Über die AfD wollten sie sich aber nicht weiter auseinandersetzen. Mit einigen Passanten gab es längere Gespräche über die DDR, den echten Sozialismus, den Unterschied zwischen MLPD und Linkspartei, warum die Grünen keine Alternative sind und warum die Internationalistische Liste / MLPD zur Landtagswahl in Thüringen kandidiert.

 

Polizei oder Ordnungsamt traten nicht in Erscheinung, obwohl sie die Anmeldung der Kundgebung quasi nur zur Kenntnis genommen, aber nicht offiziell bestätigt hatten. Alles in allem eine runde Sache und guter Erfolg!

Greiz: „Jetzt erst recht. Wir sehen uns in Buchenwald“

„Jetzt erst recht. Wir sehen uns in Buchenwald“, hieß es heute Abend in Greiz. Ein Korrespondent schreibt: „ Wir führten heute von 18 Uhr bis 19 Uhr eine kleine entschlossene Protestkundgebung durch. Die Menschen in der Greizer Innenstadt waren vor allem aufgeschlossen und interessiert. Reden und das Lied "Moorsoldaten" stießen auf ein spürbares antifaschistische Bewusstsein. Es gelang uns, Protest und Empörung über das antikommunistische Verbot der Gedenkfeier auf die Straße zu bringen.

Erfurt: "Wenn es gegen die Einschränkung bürgerlich-demokratischer Rechte und Freiheiten geht, müssen wir zusammenhalten"

Rund 30 feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie viele weitere Zuhörer waren heute bei der Protestkundgebung in Erfurt. Sie wurde von einem Bündnis aus MLPD, REBELL, Kräften des Internationalistischen Bündnisses, Vertretern der Linkspartei und der Freien Wähler sowie weiteren parteilosen Menschen durchgeführt. Die Kundgebung fand am Anger statt - in Hörweite der Anwaltskanzlei, die die Stadt Weimar vertritt...

 

Tassilo Timm von der MLPD-Landesleitung Thüringen berichtete vom heutigen Erörterungstermin beim Weimarer Verwaltungsgericht. Die Teilnehmerin von der Linkspartei sagte: "In der Frage müssen wir zusammenstehen und gemeinsam kämpfen." Sie trug das bekannte Gedicht von Martin Niemöller vor:

 

"Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."

 

Der Teilnehmer von den Freien Wählern betonte: "Es geht mir nicht in erster Linie um Ernst Thälmann. Wenn es um die Einschränkung demokratischer Rechte und Freiheiten geht, müssen wir zusammenstehen. Deshalb bin ich heute hier."