Ernst-Thälmann-Gedenken

Ernst-Thälmann-Gedenken

VVN-BdA-Bundesvorstandsmitglied legt Hörer auf

Nachdem sich bereits Dr. Ulrich Schneider, Bundessprecher der VVN-BdA¹ ausdrücklich nicht mit dem Internationalistischen Bündnis gegen das Verbot der Ernst-Thälmann-Gedenkveranstaltung in Buchenwald solidarisiert hat², legt sein Bundesvorstandskollege Thomas Lünch jetzt noch einen drauf. Eine Aktivistin des Bündnisses berichtet:

Korrespondenz /ffz

Vor kurzem rief ich in der Bundesgeschäftsstelle der VVN-BdA an. Es meldete sich Thomas Lünch. Ich stellte mich persönlich und als Vertreterin des Internationalistischen Bündnisses vor und sagte, dass es um den ungeheuerlichen Vorgang des Verbots einer antifaschistischen Gedenkkundgebung zu Ernst Thälmann in der Gedenkstätte Buchenwald geht. Er fiel mir ins Wort: „Sie sind jetzt schon die vierte von 'ihrem Verein', die deswegen anruft.“

Gespräch abgebrochen

Ich sagte, dass das sein kann, aber dass es ja auch um einen bedeutenden und einmaligen Vorgang geht, gegen den sich die VVN-BdA als eine Organisation, die die Verfolgten des Naziregimes vertritt, positionieren sollte. Ich wollte noch weiter gegen die Gleichsetzung von Kommunismus und Faschismus und den Zusammenhang zur gegenwärtigen Situation der Rechtsentwicklung argumentieren.

 

Da fiel er mir wieder ins Wort und sagte, dass er dazu nicht mehr sagen möchte, und dass der Brief, der uns zugegangen sei (gemeint ist der Brief von Dr. Ulrich Schneider - Anm. d. Red.), ihre Position sei. Daraufhin sagte er „Guten Tag“ und legte auf.

In hohem Maße unsolidarisch

Es ist im hohen Maße unsolidarisch, sich in einer solchen Situation derart zu benehmen. Abgesehen davon leistet dies der ultrareaktionären Linie, die die Stadt Weimar und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora fahren, auch noch Vorschub.

 

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies die allgemeinen Methoden der Bundessprecher der VVN-BdA sind. Würden sie mit Kritik und Protest ihrer eigenen Mitglieder genauso umgehen?