Gelsenkirchen

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Arbeitsplatzvernichtung und Drohungen

„Über die brisante Situation bei ZF in Schalke hüllen sich die Stadt und die etablierten Parteien in Schweigen. Und auch in der WAZ, die bisher wiederholt berichtet hatte, ist aktuell nichts zu lesen. 'Warum kommt über uns nichts in der Presse?', fragen Mitarbeiter.“

Korrespondenz

So Toni Lenz, Sachkundiger Einwohner von AUF Gelsenkirchen im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Beschäftigungsförderung und Tourismus.

Sechs Jahre bis zur Rente "überbrücken"

In seiner Pressemitteilung schreibt Toni Lenz weiter: „Dabei werden hier massiv Arbeitsplätze abgebaut, 150 sollen es in diesem Jahr sein. Über 58-Jährige sollen sechs Jahre bis zur Rente überbrücken, mit Abzügen, ein Teil der Kosten wird der Allgemeinheit aufgeladen. Klar, ZF hat ja auch nur 650 Millionen Gewinn im 1. Halbjahr eingefahren! Jüngere Mitarbeiter berichten, dass sie unter Druck gesetzt wurden, entweder eine Abfindung zu nehmen oder gekündigt zu werden. Und das gegenüber Leuten, die jahrzehntelang die Höchstprofite von TRW und ZF erarbeitet haben.

 

Auf meine Anfrage an die Stadt im Wirtschaftsausschuss erhielt ich im Juni die Antwort, die Stadt befinde sich in Gesprächen mit dem Unternehmen ZF, darüber sei Vertraulichkeit vereinbart. Daraus kann ich inzwischen nur schließen, dass die ganzen Vorgänge gedeckt werden. AUF Gelsenkirchen akzeptiert keine weitere Arbeits- und Ausbildungsplatzvernichtung in unserer Stadt, und schon gar keine erpresserischen Methoden. Ich erwarte, dass sich die Stadt positioniert, und Auskunft gegeben wird, was eigentlich real an dem in Aussicht gestellten 'Zukunftstechnologiezentrum' dran ist.“

"Die Kämpfe müssen zusammenkommen"

Ein Korrespondent aus Gelsenkirchen berichtet: "Bei Thyssenkrupp müssen die Kollegen in den letzten Jahren zwei bis drei Stunden wöchentlich länger arbeiten. Ein ZF-Kollege weinte, als er gefragt wurde, warum er 'freiwillig' unterschrieben hat, obwohl er immer wieder gesagt hatte: 'Ich werde bis zum Schluss für mein Arbeitsplatz kämpfen'. Er sagte: 'Meine Hände haben gezittert, als ich unterschrieben habe, ich arbeite seit 38 Jahren bei ZF. Ich halte diesen Druck nicht mehr aus'. Dieses Jahr sollen 150 Kollegen und nächstes Jahr weitere 50 Kollegen gekündigt werden. Bisher haben ca. 80 schon unterschrieben.

 

Für den Kampf gegen bereits stattfindende und drohende Arbeitsplatzvernichtung gehört die Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich auf die tagesordnung. Die Kämpfe der verschiedenen Belegschaften müssen zusammenkommen. Deshalb ist es richtig, wenn die ZF- Kollegen und die Stahlarbeiter an der Bergarbeiterdemonstration von Kumpel für AUF am 14.09.2019 in Essen teilnehmen!