Hambacher Wald

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Mit Aktionismus die Welt verändern?

„Wir wollen zum Klimacamp nach Erkelenz im Rheinland“ – das sagten mir zwei junge Frauen, die ich beim Trampen mitgenommen hatte.

Korrespondenz aus Solingen

Es entspann sich ein interessantes Gespräch mit den beiden jungen Klimaaktivistinnen. „Was erwartet ihr euch davon?“ frage ich neugierig. „Wir wollen die Welt verändern!“ „Und wie?“ Leichte Verlegenheit. „Wir wollen andere aktive Leute kennenlernen, uns besser vernetzen, neue Aktionsformen finden, Informationen zu bekommen...“.

 

Die MLPD ist ihnen nur von Wahlplakaten bekannt. Der Sozialismus und Kommunismus hätte – so eine von ihnen - von der Geschichte her einen negativen Beigeschmack. Ihre Freundin fragt mich neugierig aus, wie denn der Sozialismus funktionieren könne.

Über antikommunistische Ausgrenzung empört

Als ich antikommunistische Ausgrenzungsversuche bei Fridays-for-Future-Demonstrationen gegen MLPD und REBELL kritisiere, ist sie empört: „Dass die Umweltfrage im Kapitalismus nicht gelöst werden kann, das ist doch total klar.“ Sie habe versucht, die politische Ökonomie von Karl Marx zu verstehen und angefangen, „Das Kapital“ zu lesen. Das war ihr aber zu kompliziert. Sie wolle das lieber mit anderen gemeinsam mal anpacken.

 

Sie freut sich, als ich ihr den Kontakt zu MLPD und REBELL in ihrer Nachbarstadt vermittelte. Auf meine Frage, was sie weiter in ihrem Leben vorhabe, antwortet die erste Aktivistin: „Ich möchte gern außerhalb der kapitalistischen Regeln leben: ohne den Zwang, Geld zu verdienen, in einfachen Camps oder WGs, ohne einzukaufen zu müssen, aus Containern von Supermärkten das Essen besorgen – und damit den Rücken frei haben für Aktivitäten, die die Gesellschaft aufrütteln und zur Veränderung beitragen...“

Interesse am Programm der MLPD

Ich kritisiere die Perspektivlosigkeit dieses spontanen Aktionismus. „Auf dem Klimacamp gibt es auch einen Stand von MLPD und REBELL sowie von der Umweltgewerkschaft. Geht da mal hin und organisiert euch!“ Interessiert nehmen sie das Parteiprogramm der MLPD mit Mitgliedsaufruf, das Rebell-Magazin und ein Rote-Fahne-Magazin. Vom Buch „Katastrophenalarm! ...“ schreiben sie Titel und Verlag auf. Wir verabschieden uns auf dem Camp herzlich.