IG Bau

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Verhandlungen um Mindestlohn am Bau beginnen

Vier Monate vor dem Auslaufen des aktuellen Tarifvertrages beginnen heute in Wiesbaden die Verhandlungen mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB).

Korrespondenz

Angesichts des Immobilienbooms erwarte man eine «kräftige Anhebung», so die IG Bau. Nach Einschätzung der Gewerkschaft wird etwa jeder fünfte Bauarbeiter in Deutschland nach dem branchenspezifischen Mindestlohn von 12,20 Euro je Stunde bezahlt. Für qualifizierte Facharbeiter im Westen Deutschlands beträgt derzeitig der branchenspezifische Mindeststundenlohn 15,20 Euro je Stunde - diese Stufe gilt nicht in Ostdeutschland. Die Stundenlöhne in den tarifgebundenen Betrieben beginnen bei 13,77 Euro im Osten und 16,54 Euro im Westen - 30 Jahre nach den Versprechen der "blühenden Landschaften"!!!

 

Auch aus dem Ausland entsandte Arbeiter müssen auf deutschen Baustellen diesen allgemein verbindlich erklärten Mindestlohn erhalten. Hier wird allerdings viel "am Stundenzettel" getrickst, werden die Arbeiter schlichtweg betrogen. Von staatlichen Institutionen - der Zoll ist zuständig - werden die Baukapitalisten lächerlich wenig kontrolliert.

 

Refexartig jaulen die Vertreter der "mittelstänidischen", vozugsweise "heimischen Familienbetriebe" sowie die IHK mit dem Schlachtruf "Bürokratie" auf, wenn auch nur geringste Veränderungen von Nachweispflichten zum Thema werden. Und wie auf Knopfdruck erscheinen dann in Zeitungen die entsprechenden vorgestanzten Erklärungen der "Bürokratiefeinde", in denen nie der Hinweis auf drohende Arbeitsplatzverluste fehlt; in den Online-Ausgaben dieser Zeitungen stehen diese Artikel dann stets ohne Bezahlschranke bereit.

 

Angemerkt sei auch: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ruft dazu auf, sich an der Klima-Demonstration am 20. September zu beteiligen.