Antifaschismus

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Das kurze Leben des Karlrobert Kreiten

Am 3. September 1943 wurde Karlrobert Kreiten von den Hitler-Faschisten im Gefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet. Er wurde nur 27 Jahre alt.

Korrespondenz aus Recklinghausen
Das kurze Leben des Karlrobert Kreiten
Karlrobert Kreiten mit seiner Schwester in Düsseldorf (Foto: www.karlrobertkreiten.de)

Zusammen mit 173 weiteren starb er durch den Strang, nachdem das Fallbeil durch einen Fliegerangriff zuvor zerstört worden war.


Karlrobert Kreiten, ein junger Pianist, hatte an der Musikhochschule Köln Klavier studiert. Mit 16 Jahren gewann er in Wien einen Klavierwettbewerb, an dem annähernd 1.000 Pianisten teilgenommen hatten. Im selben Lebensjahr errang er in Berlin den „Großen Mendelssohnpreis“. Nach zwei Jahren Studium in Wien schloss der auch als „Paganini des Klaviers“ genannte Kreiten seine Ausbildung bei dem berühmten Pianisten Claudio Arrau (1903-1991) ab.

Todesurteil für mutige Kritik am Hitler-Regime

1943 war das Jahr der Wende des II. Weltkriegs. Mit der Vernichtung der 6. Deutschen Armee bei Stalingrad am 3. Februar war die erste entscheidende Niederlage der Hitler-Faschisten besiegelt. Immer deutlicher wurde, dass der Krieg nicht zu gewinnen war, und der Widerstand in der Bevölkerung nahm zu.
In dieser Situation äußerte Karlrobert Kreiten im März 1943 gegenüber seiner Hauswirtin in Berlin, dass der Krieg praktisch verloren, Hitler krank und in zwei bis drei Monaten Revolution sein werde. Dann würden Hitler, Göring, Goebbels und Frick „um einen Kopf kürzer gemacht“.


Wegen dieser Äußerung wurde er von der Gestapo verhaftet und wegen „Wehrkraftzersetzung“ und „Feindbegünstigung“ zum Tode verurteilt. Den Richterspruch fällte der Richter Roland Freisler, der kurz vorher auch die Geschwister Scholl zum Tod verurteilt hatte und es innerhalb von drei Jahren auf 5.000 Todesurteile gegenüber Gegner oder Kritikern des Hitlerfaschismus gebracht hatte.

Eines der größten Klaviertalente

Mit ihm starb, so Claudio Arrau, „eines der größten Klaviertalente, die mir persönlich begegnet sind. Er hätte, ohne Zweifel, seinen Platz als einer der größten Pianisten eingenommen. Er bildete die verlorene Generation, die fähig gewesen wäre, in der Reihe nach Kempff und Gieseking zu folgen.“