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"Dorian" wütet über der Karibik – schon über eine Million Menschen evakuiert

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern in der Stunde ist der Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas vom Nationalen Hurrikan-Zentrum in Miami auf die höchste Kategorie eingestuft worden, Stufe fünf von fünf. Dorian ist ein katastrophaler Hurrikan.

Von hm/lg
"Dorian" wütet über der Karibik – schon über eine Million Menschen evakuiert
Hurrikan "Dorian" (Foto: Pierre Markuse / Flickr)

Auch wenn er mittlerweile heruntergestuft wurde, ist es  der gewaltigste Hurrikan, der die Bahamas seit Beginn der modernen Aufzeichnungen je getroffen hat. Dorian bringt massive Regenfälle, Sturmfluten mit Wellen bis zu sieben Meter Höhe und zerstörerische Winde mit sich. Laut Bahamas' Premierminister Hubert Minnis sind mindestens fünf Menschen auf den Abacos-Inseln zu Tode gekommen, die bereits am Samstag von dem Hurrikan getroffen wurden. Die Bahamas bestehen aus rund 700 Inseln südöstlich von Florida, 30 von ihnen sind bewohnt. Dort leben rund 389.000 Menschen.

Überschwemmungen haben die Trinkwasserquellen verunreinigt

Allein auf den nordöstlichen Abaco-Inseln sind bis zu 13.000 Häuser schwer beschädigt oder zerstört; Überschwemmungen haben die Trinkwasserquellen verunreinigt, warnt das Rote Kreuz in Genf. Inzwischen schleicht der Hurrikan vor der Küste nach Norden in Richtung der Bundesstaaten Georgia und South Carolina entlang. Trifft er auf Land, werden die Schäden noch verheerender sein.

 

Während fast eine Million Menschen in die Notunterkünfte ins Hinterland geflohen sind, flog US-Präsident Donald Trump am Samstag zum Golfspielen (übrigens zum 213. Mal seit seiner Amtseinführung im Januar 2017). Er ist der Auffassung, dass die Hurrikans ihren natürlichen Lauf nehmen und dass sie nichts mit den menschengemachten Klimaveränderungen zu tun hätten. In unglaublicher Skrupellosigkeit warf er sogar die Frage auf, ob man mit Atombomben im Auge eines Hurrikans denselben stoppen könnte. Gleichzeitig treibt er seine umweltzerstörerische Politik voran.

Unsere "grüne Lunge" verbrennt!

Der umweltpolitische Sprecher der MLPD, Hannes Stockert, zur aktuellen Lage: „Unsere 'grüne Lunge' der Erde verbrennt im trockenen Amazonas-Regenwald. Und jetzt der stärkste Hurrikan, der je auf den Bahamas verzeichnet wurde. Das sind nur zwei Seiten einer sich derzeit verschärfenden Entwicklung des Übergangs in eine globale Umweltkatastrophe.

 

Das Festhalten, ja sogar das weitere Forcieren der Verbrennung fossiler Energieträger im Profitinteresse der internationalen Monopole ist ein Verbrechen an der Menschheit. Auch die deutsche Bundesregierung ist mit ihrem unzulässigen Hinauszögern eines Stopps der Braunkohleförderung, der fossilen Verfeuerung für Energieerzeugung und Antriebstechnik und dem Ausbremsen erneuerbarer Energien daran maßgeblich beteiligt.

 

Da helfen auch all ihre vorgebrachte heuchlerische Kritik an Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro oder Mitleidsbekundungen nichts. Katastrophenalarm ist angesagt – und das unüberhörbar und unübersehbar. Unsere Betriebs- und Umweltgruppen mobilisieren zum breiten Protest- und Streiktag zur Rettung der Umwelt am 20. September und bringen sich aktiv und vorwärtstreibend in die örtlichen Vorbereitungen ein.“

Demonstrationen gegen die Regierung

Mehr als 60 Prozent der Einwohner der Bahamas leben direkt oder indirekt vom Tourismus. Die wunderschönen 22 Nationalparks drohen von Dorian zerstört zu werden. Die Bahamas gelten nicht nur für Touristen aus aller Welt als Paradies. Die Bahamas gelten als Steueroase und Ort der Geldwäsche.

 

Seit 1954 auf Grand Bahamas eine steuerfreie Zone eingerichtet wurde, entstanden unzählige Banken, Treuhandgesellschaften, Investmentgesellschaften, Anwaltskanzleien, Steuergesellschaften und Briefkastenfirmen. Ebenso sind die Bahamas gekennzeichnet durch wahnwitzige Projekte wie die von einer US-Reederei gepachtete Mini-Insel Coco Cay, auf der täglich Tausende Luxustouristen von Kreuzfahrtschiffen für einige Stunden anlanden.

 

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille: im November 2018 forderten Demonstranten auf den Bahamas den Rücktritt der Regierung forderten. Sie richteten sich insbesondere gegen die Erhöhung der Stromkosten um bis zu 60 Prozent binnen einen Monats gegen die Erhöhung der Mehrwertsteuer und „zweifelhafte Investmentgeschäfte“. Für die US-amerikanische Papierindustrie werden zunehmend Kiefern, Hart- und Farbhölzer auf den Bahamas geschlagen. Trotz der riesigen Investmentgeschäfte sind Landwirtschaft, Infrastruktur und die Wirtschaft völlig unterentwickelt.

Unsere Solidarität gilt den Massen

Naturkatastrophen wie Dorian haben allseitige Auswirkungen auf das Leben der Massen im Land, auf ihre Existenzgrundlage, ihre Wohnungen, die Lebensmittels- und Wasserversorgung, die Möglichkeiten zur Fortbewegung, die Landwirtschaft, die Ernährungsgrundlage, die gesamte Ökologie und vieles mehr.

 

Verschiedene Krisenherde des heutigen imperialistischen Weltsystems durchdringen und verschärfen sich schlagartig bei derartigen Einschnitten wie derzeit mit dem Hurrikan Dorian. Den Massen Bahamas' gilt unsere volle Solidarität.