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Informativer Reisebericht über Eritrea

Einen spannenden Abend erlebten die rund 50 Besucherinnen und Besucher im Arbeiterbildungszentrum Süd in Stuttgart. In einem Reisebericht stellte Wolf-Dieter Rochlitz mit vielen persönlichen Erlebnissen das kleine Land in Ostafrika mit seinen Menschen vor.

Korrespondenz

Einige Bilder ließen erahnen, welche Naturschönheiten das Land unter anderem am Roten Meer oder in der Denakali-Schlucht bietet. Begegnungen mit Einwohnern in der Hauptstadt Asmara und in Dörfern auf dem Land standen im krassen Gegensatz zu den wenigen Berichten, die uns in Deutschland in den Massenmedien vorgesetzt werden. Man spürt auf Schritt und Tritt die Offenheit der Einwohner und das friedliche Zusammenleben der neun Volksgruppen.

30-jähriger Befreiungskampf

Eritrea ist kein Polizeistaat, der die Bevölkerung mit systematischem Terror unterdrückt. Eritrea hat nach einem über 30-jährigen Befreiungskampf seine Unabhängigkeit gegen jeden Versuch ausländischer Unterwerfung, vor allem von den USA und der EU, bewahrt. Es hat gewaltige Erfolge erzielt: jeder Einwohner hat das Menschenrecht auf kostenlose Bildung von der Grundschule bis zur Universität, kostenlose Gesundheitsversorgung und den Zugang zu sauberem Trinkwasser.

 

Viele eritreische Freunde kamen zur Veranstaltung und belebten die anschließende offene Aussprache. Viele junge Menschen fliehen nicht wegen politischer Unterdrückung aus dem Land, sondern verlassen es in der - oft trügerischen - Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA oder Europa.

Manipulatives Dossier über Menschenrechtsverletzungen

Das Land ist heute immer noch bitter arm, der Hauptgrund  liegt in der Sanktionspolitik gegen Eritrea, ausgehend von den USA, die es seit Anfang des Jahrtausends zum Unrechtsstaat erklärt haben. Martin Zimmermann vom Eritreischen Hilfswerk konnte viel von seinen jahrzehntelangen Erfahrungen einbringen.

 

In enger Zusammenarbeit mit dem US-Außenministerium hatte die UNO ein Dossier über Menschenrechtsverletzungen erstellt, das auf rund 500 Zeugenaussagen fußt, von denen nicht einer in Eritrea lebt. Die Obama-Regierung hat 2009 ein Wirtschaftsembargo verhängt, das auch von Deutschland voll unterstützt wurde. Ausgerechnet diese Regierungen schieben der antiimperialistischen Regierung in Eritrea die Schuld für die Flüchtlinge in die Schuhe.

 

Die eritreischen Freunde haben berichtet, wie sie hier in Deutschland als angebliche „Handlanger des Diktators von Asmara“ unterdrückt werden, wenn sie ihr Land verteidigen. Man bekommt nur eine Stelle als Übersetzer bei Behörden, wenn man sich als Oppositioneller gegen das Regime in Eritrea ausweist.

Viele freundschaftliche und leidenschaftliche Gespräche

Nach der Veranstaltung gab es noch viele freundschaftliche und leidenschaftliche Gespräche. Ein Eritreer meinte, dass die Veranstaltung für ihn „Balsam auf der Seele“ war, weil man sonst oft in Diskussionen in eine Rechtfertigungsrolle gedrängt wird. „Mit der Hetze gegen unser Land wollen sie uns dafür bestrafen, dass wir es gewagt haben, für unsere Freiheit zu kämpfen und unseren eigenen Weg zu gehen.“

 

Zum Abend wurden schmackhafte eritreische Spezialitäten gereicht.