Bochum

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Ja, es stimmt: Verzicht sichert doch Arbeitsplätze!

Aber nur die von Tavares und Lohscheller!

OFFENSIV
So ist einer der Artikel im neuen Flugblatt von OFFENSIV überschrieben, der Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit bei Opel in Bochum.
 
"Wie Opel die faktische Schließung des TuZ Rüsselsheim betreibt", so heiß es weiter in dem Artikel, "zeigt die perverse Logik des Kapitalismus: 200 Arbeitsplätze werden in Hessen zusätzlich gestrichen und bei uns halten sie dafür die Hand auf und fordern von der IG Metall die Zustimmung zum LogistikTarif. Das ist übrigens kein Verstoß gegen den sogenannten 'Zukunftstarifvertrag' vom letzten Sommer, sondern im Gegenteil: seine Umsetzung!
 
Auch unseren Rüsselsheimer Kollegen wurde damals der Verzicht auf das Tarifliche Zusatzgeld (jährlich ca. 1.400 Euro oder acht freie Tage ab 2019) abgepresst. Wie sehr das ihre Zukunft sichert, erleben sie ja jetzt hautnah! Und die nächste Erpressung kommt gleich hinterher. Für das DistrigoGeschäft sollen wir alle nochmal bluten, um unsere französischen Kollegen in Vesoul auszustechen.
 
So läuft es doch immer: erst geben wir das TZuG ab. Dann werden sie in Vesoul zu längeren Arbeitszeiten erpresst. Und jetzt sollen wir wieder an der Reihe sein? Schluss damit, kein Verzicht mehr! Das sagen nicht nur wir von OFFENSIV, sondern immer mehr Kollegen! Und wenn sie dann das Geschäft nach Vesoul geben, und Bochum leer ausgeht?
 
Ja, das kann passieren. Aber davor schützt uns keine noch so große 'Verzichtsbereitschaft', sondern nur, ob wir bereit sind, um unsere Arbeitsplätze zu kämpfen. DAS ist die Lehre aus 10 Jahren Kampf gegen die Schließung von Werk I!
 
In Betriebsrat und Vertrauenskörper gibt es eine harte Diskussion, wie wir mit dieser Situation umgehen sollen. Das muss auch so sein. Aber wir warnen dringend vor solchen Parolen wie 'Was heute in unserer Tasche ist, muss auch in der Tasche bleiben!' Was heißt das denn? Einfrieren der Entgeltgruppen auf Jahre hinaus, während Preise und Mieten steigen. Längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, und dafür Arbeitsplatzabbau. Ende des Flächentarifs und noch mehr Spaltung zwischen den Werken.
 
In ihrer berechtigten Wut drohen heute immer mehr Kollegen mit einem Austritt aus der IG Metall, wenn dem zugestimmt würde. Dieser Weg ist aber grundfalsch, weil er uns nur weiter schwächt. Immer noch sind 85 Prozent von uns in der IG Metall. Höchste Zeit, dass wir diese Macht auch mal dafür einsetzen, wofür sie gedacht ist!"