RAG-Politik

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Große Skepsis gegenüber „Jobbörsen“ für Bergleute

Am gestrigen Dienstag hatte die Kanzlei Kuhlmann zusammen mit dem Landesarbeitsministerium NRW in der Stadthalle Datteln und am heutigen Mittwoch die RAG im Morianhaus in Bottrop jeweils eine „Jobbörse“ für die 200 von der RAG gekündigten nicht anpassungsberechtigten Bergleute durchgeführt.

Korrespondenz aus Marl

Vertreter der Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF und Verteiler des "Vortrieb" diskutierten intensiv mit den Bergleuten.

 

Auf beiden Veranstaltungen waren etwa 110 Kollegen anwesend. Die meisten reagierten sehr skeptisch auf die Angebote. So erklärte heute vor dem Morianhaus ein Kumpel: „Ich war 30 Jahre auf der Zeche. Jetzt bin ich schwerbehindert. Wer nimmt mich denn jetzt noch?“

 

Andere Kollegen berichteten von den Erfahrungen mit der Leiharbeit bei ihren eigenen Söhnen und Töchtern: „Für einen Leiharbeitsjob, den man binnen Kurzem wieder los sein kann, soll ich meine ganzen Jahre auf dem Pütt und alle bergmännischen Rechte fahren lassen?“ Deshalb erklärten einige: „Ich habe ein Angebot als Leiharbeiter, aber ich will bei der RAG bleiben.“

"Wir müssen gemeinsam kämpfen"

Einzelne erklärten: „Ich habe ein Angebot, das nehme ich.“ Vor allem sind Jobs "irgendwo" keine Lösung für die Bergleute, die ihre bergmännischen Rechte verteidigen wollen!

 

Große Zustimmung fand die Losung, dass um die Weiterbeschäftigung bei der RAG gekämpft werden muss - auch wenn das ein harter Kampf wird. Für die bergmännischen Rentenrechte ist man nämlich auf einen Arbeitsplatz in einem knappschaftlichen Betrieb angewiesen. Sonst kann man nicht mit 49/50 in Anpassung oder mit 55 in die Knappschaftsausgleichsleistung.

 

Arbeiten bis 67? "Welcher Bergmann mit dem Knochenjob könnte das?" - sagen viele. "Wir müssen gemeinsam kämpfen", war die Meinung vieler Kumpels.