Hamburg

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Vielfältige Aktionen zum 80. Jahrestag des faschistischen Überfalls auf Polen

Dieses Jahr war der Antikriegstag in Hamburg durch eine Vielfalt an Aktionen gekennzeichnet.

Korrespondenz

Der DGB begann um 11 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung in Ohlsdorf am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Faschismus. Redner war Jan Koltz von der IGBCE in Hamburg-Harburg. Gleichzeitig gab es eine Theateraufführung unter freiem Himmel am Auftaktort der Demonstration – dem Deserteursdenkmal beim Bahnhof Dammtor.

MLPD verbreitet ICOR-Aufruf

Die Antikriegsdemonstration begann mit einem Platzkonzert der Musikgruppe pepperoni und mit Liedern vom Chor Hamburger Gewerkschafter, die sich freundschaftlich dazugesellten. Die MLPD bot das Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" an und verbreitete den ICOR-Aufruf zu den Gedenktagen gegen Faschismus und Krieg.

 

Zum offiziellen Auftakt sprach Andreas Zumach, der sich gegen den Zugang der deutschen Regierung zu Atomwaffen aussprach. Er warb damit auch für die Veranstaltung im Anschluss an die Antikriegstagsdemo im DGB-Haus.

Zu Spitzenzeiten 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Knapp 800 Menschen zu Spitzenzeiten demonstrierten durch die Innenstadt und St. Georg hin zum Gewerkschaftshaus in der Nähe des Hauptbahnhofs. Dabei waren unter anderem die Umweltgewerkschaft und ihr Transparent, sowie der Landesvorsitzende der MLPD Nord, Uwe Wagner.

 

In seiner Rede stellte er den Zusammenhang von wachsender Kriegsgefahr durch die allgemeine Tendenz der imperialistischen Kriegsvorbereitung und dem beschleunigten Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe her. Er nutzte wie inzwischen viele andere das offene Mikrofon, das in Wechsel zur Musik von pepperoni von Christian Kölle (unter anderem für die Montagsdemo) moderiert wurde.

 

Das offene Mikrofon wurde auch genutzt von einer Initiative aus Unterlüß (Niedersachsen), die unter dem Motto „Rheinmetall entwaffnen“ zu einem Camp am 7. und 8. September aufrief. Ebenso sprach eine Initiative gegen den Waffenumschlag im Hamburger Hafen am offenen Mikrofon.

Frauen müssen sich couragiert zu Wort melden

Suse Bader, Europakoordinatorin im Weltfrauenprozess, sprach sich dafür aus, dass die Frauen als oftmals Hauptbetroffene mit ihren Kindern in Kriegen sich couragiert zu Wort melden und sich im Kampf gegen die Kriegsgefahr engagieren und organisieren. Sie kritisierte allerdings auch, dass man in einigen Demonstrationen dafür kritisiert wird, wenn man „Flagge zeigt“.

 

Jürgen Bader, Mitglied im Bündnisrat des Internationalistischen Bündnisses, begrüßte die Kolleginnen und Kollegen von EVG, IG Metall und ver.di. Sie waren durch Flaggen oder Cappies sichtbar. Die Arbeiterbewegung müsse sich organisiert im Kampf gegen die Kriegsgefahr engagieren. Im Angriff auf die organisierte Kraft der 500 größten internationalen Konzerne und Banken brauche man eine besser organisierte Kraft, in der die Arbeiter vorangehen. Deshalb lud er auch alle ein, das Internationalistische Bündnis zu stärken und kleinere Differenzen dafür hintanzustellen.