Sachsenhausen

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AfD: Volksverhetzung auf Staatskosten

Im Juli 2018 musste im früheren Konzentrationslager Sachsenhausen eine Besuchergruppe der AfD vom Bodensee wegen massiver Volksverhetzung und Störung der Totenruhe aus der Gedenkstätte verwiesen werden.

Korrespondenz

Die Teilnehmer, die auf Einladung der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel diese Reise unternahmen, störten die Führung durch das frühere KZ  massiv und warfen dem Referenten „mangelnde Kompetenz“ und „Manipulation“ vor1.

 

Das hat ein gerichtliches Nachspiel. Ein Teilnehmer, der die Existenz der Gaskammern in Zweifel zog, wurde angezeigt, und es wurde gegen ihn per Strafbefehl eine Geldstrafe verhängt. Es ist schwer, zu entscheiden, was empörender an diesem Vorfall ist:

  • dass die Vertreter der AfD die Fakten leugnen,  dass in Sachsenhausen von 1939 bis 1945 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1.000 Mädchen qualvoll eingekerkert waren und über 28.000 von ihnen ermordet wurden. Am 30. April 1945 befreiten sowjetische Truppen die Überlebenden des KZ2.
  • Oder dass der „Ausflug“ aus dem Wahlkreis von Alice Weidel vom Bundespresseamt organisiert und finanziert wurde – was Alice Weidel als Bundestagsabgeordnete für bis zu 50 Teilnehmer „zusteht“.
  • Oder dass der angezeigte Hetzer der AfD gegen den Strafbefehl vor das Amtsgericht Neuruppin ziehen kann, wo es demnächst zur Verhandlung kommt.
  • Oder dass Alice Weidel als Veranstalterin der „Reise“ jede Verantwortung für den Vorfall ablehnt, sie wäre ja nicht „zugegen“ gewesen.

 

Der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen muss in dieser Sache der Rücken gestärkt werden. Wehret den Anfängen!