Antifaschismus

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Aktuelles Lehrbuch für Polizeischüler nutzt NS-Vokabular

Polizeianwärter für den gehobenen Dienst werden an Fachhochschulen mit einem Lehrbuch ausgebildet, das NS-Vokabular enthält.

Korrespondenz aus Berlin

Wie der Stern berichtet, werden in dem Lehrbuch "Kriminologie für Studium und Praxis" von Horst Clages und Ines Zeitner Kriminologen und Juristen zitiert, die in der NS-Zeit eine fragwürdige Rolle gespielt haben, ohne dass dies erwähnt wird. Darüberhinaus werden Begriffe aus der NS-Zeit verwandt, ohne sie einzuordnen.

Offen rassistische Begriffe

In einem fiktivem Beispiel über den Fall jugendlicher Intensivtäter verwenden Clages und Zeitner den Begriff "Sippenforschung", der untrennbar mit der mörderischen Rassenpolitik der Nazis verbunden ist. Dort heißt es: "Einerseits kann aus den Ergebnissen der Sippenforschung auf genetisch bedingte Defekte geschlossen werden." Die Autoren setzen den Begriff "Sippenforschung" nicht einmal in Anführungszeichen.

 

In einem Kapitel über die "historische Betrachtung" von "Tätertypologien" taucht der österreichische Kriminologe Ernst Seelig auf. Er schrieb unter anderem über "arbeitsscheue Berufsverbrecher" und "Verbrecher aus Mangel an Gemeinschaftsdisziplin". Die Autoren präsentieren auch diese Begriffe. Dass Seelig ab 1939 "Mischlingsuntersuchungen" durchführte, ist ihnen keine Zeile wert.