Brasilien

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Am Samstag Zehntausende auf der Straße gegen Bolsonaro-Regierung

Am Samstag, dem 7. September 2019, protestierten Tausende Brasilianer gegen die Pläne der Bolsonaro-Regierung, die Ausgaben für Bildung und für die Renten zu kürzen, gegen den Ausverkauf staatlicher Firmen (Petrobas) und gegen die Umweltverbrechen im Amazonas.

Korrespondenz
Am Samstag Zehntausende auf der Straße gegen Bolsonaro-Regierung
Foto: B. d. F.

In über 130 Städten aller brasilianischen Bundesstaaten wurden Aktionen und Proteste organisiert. Im 25. Jahr der Bewegung „Schrei der Ausgeschlossenen“ schlossen sich Jugendliche der Bewegung „Tsunami für Bildung“ der Studenten und Schülern an.

 

"Dieses System ist nichts wert"

Das Motto der Proteste war: "Dieses System ist nichts wert: wir kämpfen für Gerechtigkeit, Rechte und Freiheit." Bildungsminister Abraham Weintraub will die staatliche Unterstützung für die höheren Schulstufen um die Hälfte kürzen. Auch Arbeiter und die Landlosen waren bei Protesten dabei, sie wollen protestieren gegen die Rentenkürzungen und weitere geplante tiefe Einschnitte beim Arbeitsrecht und gegen Morde an Landlosen.

Unbestrafte Umweltverbrechen empören die Menschen

Viele Jugendliche und andere Protestierende kritisieren die Umweltverbrechen und die Straflosigkeit von VALE und anderen Bergbau-Firmen (Protest in Montes Claros). Auch Proteste gegen Agrar-Konzerne und Großgrundbesitzer, die ihre Finger mit im Spiel haben, in den größtenteils absichtlich gelegten Bränden im Amazonas-Gebiet. Angestachelt von den „Hetzreden“ des faschistoiden Präsidenten Bolsonaro ...

Der Präsident ist dumm genug ...

In Sao Paulo gingen mehr als 10.000 Protestierende auf die Straße mit grün-gelb bemalten Gesichtern und dem Spruch »Die Bemalten Gesichter - sind zurück« - in Anlehnung an die Protestbewegung von 1992, die zur Absetzung des Präsidenten Collor de Mello führte. Oder dem Motto: „Ich möchte studieren und klug sein, weil der Präsident dumm genug ist.“

Vertreter von mehr als 50 Bereichen der Volksbewegung

Die Aktivitäten umfassten Workshops, Musik und politisch-kulturelle Aktionen, an denen Vertreter von mehr als 50 Bereichen der Volksbewegung teilnahmen, darunter Kirchengruppen, Gewerkschaften (von Landarbeitern, Erdölarbeitern, Busfahrern oder Post), Volksbewegungen (z.B. MTST, „Weltfrauen-Marsch“), Stadtteil-Kollektive, Minderheiten, Künstler (zeigten öffentlich ihre zensierten Bilder), diverse linke Parteien und die Bewegung „Lula Livre“.

 

In den nächsten Wochen sind weitere Proteste der Gewerkschaften, Studentenverbände und von Volksbewegungen geplant. Die Themen sind: Petrobras-Privatisierung, Amazonas-Brände, Renten-Kürzungen, Arbeitsgesetz-“Reform“ usw.