Frankfurt/Main

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Antikommunistische Drohungen an der Goethe-Uni

Im Juli wurden im Fachschaftsraum des Bereichs Gesellschaftwissenschaften der Goethe-Uni folgende Parolen an die Wand geschrieben: „Allah Allah Allah Allah Bomb Iran“; „Busenfreiheit statt Kopftuch“; „Wahrheit statt Steinigung“; „Mohammed=Bester Name“; „MLPD jagen“; „MLPD zerschlagen“; „SDS verbieten! Jetzt!“ „Österreich und Venezuela besetzen“.

Korrespondenz
Antikommunistische Drohungen an der Goethe-Uni
Der Campus Westend der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität im ehemaligen IG-Farben-Gebäude in Frankfurt am Main (foto: Sith Cookie (CC BY-SA 3.0))

Diese sexistischen, islamophoben, faschistischen Parolen bis hin zu antikommunistischen Drohungen gegen die MLPD und den SDS, die an die Wände des Fachschaftsraums der Gesellschaftwissenschaften der Goethe-Uni geschmiert wurden, tolerieren wir nicht. (Fotos der Schmierereien liegen der Roten Fahne vor). Wir fordern alle fortschrittlichen, demokratischen und antifaschistischen Organisationen und Einzelpersonen auf, gemeinsam dagegen vorzugehen.

Täter ist gewählter Vertreter der Studierendenschaft

Der Täter, Marcel Lemmer, ist gewählter Vertreter der Studierendenschaft im Fachbereich Soziologie / Politikwissenschaft. Er wurde in flagranti beim Schmieren erwischt und behauptete zunächst, diese Sprüche nur aus Spaß geschrieben zu haben. Andere Fachschaftsmitglieder entfernten die Schmierereien, aber zwei Wochen später waren wieder ähnliche Sprüche an der Wand zu lesen, wieder von ihm - sogar in verschärfter Form. In einer Diskussion in der Fachschaftssitzung, bei der er auch anwesend war, verteidigte er seine Schmierereien und leugnete zusätzlich Gewalttaten und Massaker an der palästinensischen Bevölkerung durch die israelische Armee. Er diffamierte Kritiker der israelischen Regierung als Antisemiten.

 

Die anderen Fachschaftsmitglieder distanzierten sich zwar von seinen Schmierereien, verharmlosten aber gleichzeitig seine Tat als Provokation, Quatsch oder Spaß. Solche faschistischen Drohungen werden wir nicht dulden. Wir fordern, dass die Fachschaft klare Position bezieht und dem Täter seine Funktion der studentischen Selbstvertretung entzieht.