20. September

20. September

Für Arbeitsplätze und Umwelt gemeinsam Druck machen!

Angesichts des Aktionstags von Fridays for Future am 20. September schreibt Klaus-Jürgen Hampejs, Pressesprecher der IAC Sindelfingen:

Gastkommentar von Klaus-Jürgen Hampejs, 67 Jahre - ehemals Entwickler bei Daimler - Pressesprecher der IAC¹ Sindelfingen
Für Arbeitsplätze und Umwelt gemeinsam Druck machen!
Klaus-Jürgen Hampejs (links) mit dem langjährigen kämpferischen Porsche-Kollegen Siegmar Herrlinger (foto: IAC)

Nach ver.di ruft jetzt auch die IG Metall dazu auf, sich am 20. September an den Protesten und Streiks zu beteiligen, die seit Monaten von der Bewegung Fridays for Future geführt werden. Ein richtiger Schritt! Aber im Kampf gegen die Klimakatastrophe gilt das gleiche, wie im Betrieb: Ein Streik muss weh tun und natürlich während der Arbeitszeit stattfinden.

Zu begrüßen, dass die IG Metall aufruft

Es ist zu begrüßen, dass unsere IG Metall dazu aufruft, sich am 20. September an den Aktionen aktiv zu beteiligen. Dazu heißt es unter anderem im Aufruf vom 3. September 2019:

" Die IG Metall und Fridays for Future eint das Ziel, die drohende Klimakatastrophe abzuwenden, und die Auffassung, dass hierfür die Einhaltung des Klimaziels des Pariser Abkommens, in dem sich die Welt zu einer drastischen CO2-Reduktion verpflichtet hat, elementar ist. "

" Die IG Metall begrüßt es, wenn ihre Mitglieder sich im Rahmen der arbeitsrechtlichen Spielräume am Klimaaktionstag am 20. September beteiligen und Flagge zeigen für einen Wandel, der Klimaschutz, sichere Arbeitsplätze und soziale Gerechtigkeit verbindet. "

Fragen zur dramatischen Verschärfung der Klimakatastrophe und dem Rahmen der arbeitsrechtlichen Spielräume

Hier stellen sich einige Fragen zu der dramatischen Verschärfung der Klimakatastrophe und dem Rahmen der arbeitsrechtlichen Spielräume.

1. Macht der Globus - und es gibt nur einen Globus - auf dem wir Leben, etwa Pause bei der Fortschreitung des Klimawandels, weil die Spielräume zum Protest eingeschränkt sind ?

2. Nehmen sich die Konzernchefs nicht alle Spielräume ihrer Macht, um unseren Planeten für ihre Profit zu zerstören. Die Beschlüsse für den Umweltbetrug bei den Dieselfahrzeugen und auch die Abbrennung des Regenwaldes in Lateinamerika, wurden alle bei Vorstandssitzungen während der Arbeitszeit getroffen.

 

Und in der Tat, wir haben kein umfassendes Streikrecht, um in dieser existenziellen Frage zu streiken. Dazu schreibt die IG-Metall-Geschäftsstelle Esslingen in einem Rundschreiben vom 3. September 2019:

"Dies ist kein STREIK-AUFRUF "

"Wir weisen darauf hin, dass die IG Metall nicht zu einem Streik aufruft. Das ist nur im Rahmen von Tarifverhandlungen zulässig."

Höchste Zeit, das Thema Streikrecht anzugehen

In unserer IG Metall wird es angesichts der dramatischen Themen höchste Zeit, das Thema Streikrecht anzugehen. So zum Beispiel auf dem 24. IG-Metall-Gewerkschaftstag im Oktober 2019 in Nürnberg. Können wir ruhig sein, wenn der Planet brennt, und wir nur eingeschränkt bei Tarifrunden streiken dürfen. Es ist schon genug wenn die AfD und die FDP die Jugend massiv angreifen, weil diese Freitags streiken und die Schule schwänzen.

 

Dennoch ist es richtig gut, dass die IG Metall aktiv zur Teilnahmen an den Aktionen am 20. September aufruft. Für uns sind Umweltschutz und Arbeitsplätze kein Widerspruch. Wohl aber das kapitalistische Wirtschaftssystem, welches Mensch und Natur ausbeutet.

 

Entsprechend ihren Beschlüssen ruft die Internationale Automobilarbeiterkoordination, speziell die deutsche Koordinierungssgruppe, zur aktiven Teilnahme an den Aktionen am 20. September auf.

 

Dazu gibt es auch eine Vorlage für ein Transparent unter dem Motto: Automotive Workers for Future. Mehr dazu hier!