Essen/Gelsenkirchen

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Herzliche und kämpferische Solidarität mit Dietrich „Billy“ Keil

Im Namen der Gelsenkirchener Montagsdemo haben die Moderatorinnen und Moderatoren, Monika Gärtner-Engel – auch Stadtverordnete von AUF Gelsenkirchen¹ - und Thomas Kistermann, wie auch Pressesprecherin Martina Reichmann ihre Solidarität mit Dietrich „Billy“ Keil erklärt. Dieser war auf dem letzten Vorbereitungstreffen für den 20. September von Fridays for Future in Essen ungerechtfertigt der Versammlung verweisen worden.²

Von Montagsdemo Gelsenkirchen

„...Die Gelsenkirchener Montags-Demo erklärt Dietrich „Billy“ Keil ihre herzliche und kämpferische Solidarität. Es ist wirklich ein starkes Stück, ihn aus dem Fridays-for-Future-Treffen zur Vorbereitung des Aktions- und Streiktags am 20. September in Essen rauszuschmeißen - mit anwesenden vier (!) Jugendlichen und etwa 15 Erwachsenen, meist aus Parteien und Organisationen. Wir haben auch den dazu erschienenen Offenen Brief gelesen. Dort steht berechtigt: „Mit einer antikommunistisch motivierten Spaltung wird seit längerem versucht, politisch unliebsame Kräfte aus der FFF-Bewegung herauszusäubern. Das nützt nur den Hauptverursachern der Umweltzerstörung, vor allem in den Konzernetagen. Und es schadet dem Aufbau eines breit aufgestellten Kampfs zur Rettung der Umwelt...“

 

Das ist richtig! Dennoch kam bei uns der Eindruck einer etwas unangebrachten Tendenz auf, mit solch überheblichen Leuten die Einheit zu beschwören. Unserer Meinung nach muss man hier insgesamt etwas kritischer auch mit manchen Jugendlichen in „Fridays for Future“ umgehen. Wie kann man akzeptieren, dass 14, 15 oder 16-Jährige pauschal Erwachsenen vorhalten: „Ihr habt es vergeigt“; „Ihr habt unsere Zukunft zerstört“ und dreist fordern: „Haut ab“?

 

Leute wie Billy Keil und Tausende mit ihm haben harte Umweltkämpfe wie in der Anti-AKW-Bewegung und vielen anderen Kämpfen geführt - da war so mancher kleine Besserwisser überhaupt noch nicht auf der Welt. Es gab Polizeieinsätze, Blockaden, sehr politische Verbindungen zur Friedensbewegung (Pershing II) und eine so fundierte Kritik nebst Massenaktivitäten, dass die Umweltbewegung in Deutschland tatsächlich eine Pionierrolle auf der Welt spielte.

 

Wir werfen den Jugendlichen nicht ihre Unerfahrenheit und Unkenntnis der umweltpolitischen Geschichte in Deutschland vor, wohl aber, dass sie sich von Strippenziehern aus Campact, Grüner Jugend, ‚Antideutschen‘ und weiteren undercover arbeitenden Parteigängern unter dem Motto „keine Parteien“ instrumentalisieren lassen und dabei auch noch ganz schön auftrumpfen.

 

Es sind dieselben Leute, die die in Dortmund und Lausanne vorgetragene und teils durchgesetzte Richtung vertreten, sich an das Pariser Abkommen und die Leisetreterei von Bündnis 90/Die Grünen anzupassen – was über kurz oder lang das Ende von „Fridays for Future“ als selbständige Bewegung bedeuten würde. Die versuchte Ausgrenzung der kapitalismuskritischen und sozialistischen Strömung von „Fridays for Future“ stärkt die Bewegung nicht, sondern wird sie über kurz oder lang liquidieren, weil damit der Impuls zur Höherentwicklung und zur Erweiterung des Horizonts auf eine gesellschaftsverändernde Perspektive erstickt werden würde. Sie führt auch dazu, die Abwälzung der Kosten der Umweltkrise auf die breite Masse der Bevölkerung als unumgänglich zu erklären.

 

Also lieber Billy, der du ja wohl auch die Versammlung dann wunschgemäß verlassen hast, mehr Selbstbewusstsein, mehr stolze Weitergabe deines großen Erfahrungsschatzes aus 40 Jahren Umweltkampf, von dem sich jeder Jugendliche eine Scheibe abschneiden kann.

In diesem Sinne ein herzliches Glück Auf aus Gelsenkirchen.