Köln

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70.000 füllen ganze Straßenzüge und Parks

Bis zu 70.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Protest- und Streiktag melden die Veranstalter für Köln - viel mehr als die erwarteten 20.000. Es dauerte über eine Stunde, bis sich der Demonstrationszug wegen des großen Andrangs ganz in Bewegung setzte.

Korrespondenz aus Köln
70.000 füllen ganze Straßenzüge und Parks
Ford-Kolleginnen und -Kollegen mit ihrem Transparent (Foto: RF)

MLPD und REBELL führten am Aufstellungsort vor dem DGB-Haus schon vor Beginn ein offenes Mikrofon durch. Verschiedenste Demonstrationsteilnehmer meldeten sich zu Wort, ein Lehrer und Betriebsrat an einer Bildungseinrichtung beglückwünschte die zahlreich zusammenkommenden Jugendlichen und ermunterte sie, sich keiner Repression zu beugen. Es gab interessante Diskussionen über die Frage, ob es in erster Linie um die Änderung des persönlichen Konsumverhaltens gehe und die Masse der Menschen selbst auf "Profit" aus wären oder ob man vor allem gegen die Hauptverursacher im internationalen Finanzkapital kämpfen muss.

 

Das gefiel einer kleinen, aber lautstarken Gruppe von antikommunistisch beeinflussten Jugendlichen offenbar gar nicht. Sie versuchten, die Diskussion am offenen Mikrofon durch laute - zum Teil arbeiterfeindliche, gegen Kohlebaggerfahrer gerichtete - Parolen über Megafon zu verhindern. Diese undemokratische Methode kam allerdings bei vielen Umstehenden nicht gut an und sie wurden von ihnen genauso wie von Rednern am offenen Mikrofon aufgefordert, auf Augenhöhe zu diskutieren.

 

Als sich der anschwellende Zug schließlich in Bewegung setzte, wurde bald deutlich, welche absolute Minderheitenposition die aggressiv antikommunistisch auftretenden Kräfte bilden. Es gab ein riesiges Interesse an den Positionen und Literatur der MLPD sowie Offenheit für die sozialistische Perspektive.

 

Das ganze Spektrum der Umweltfragen wurde von den Teilnehmern mit Schildern und Transparenten in die Demonstration gebracht. Keineswegs nur die Klimafrage spielte hier eine Rolle. Zum Beispiel auch die Umweltzerstörung durch Krieg, die Massentierhaltung und der gemeinsame Kampf um Arbeitsplätze und Umwelt - unter anderem von einer Delegation von und-Arbeiterinnen und -Arbeitern. Auf ihrem Transparent stand "Profitwirtschaft zerstört Arbeitsplätze und Umwelt".